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nehmen

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Form / Grammatiknehmen · Verb · nimmt, nahm, hat genommen · Konjugationstabelle
Aussprache: [ˈneːmən]
 Worttrennung: neh | men
Wortbildung  mit ›nehmen‹ als Erstglied: Nehmer mit ›nehmen‹ als Letztglied: abnehmen · annehmen · aufnehmen · auseinandernehmen · ausnehmen · Außerbetriebnahme · Bedachtnahme · beiseitenehmen · benehmen · Beschlussnahme · Besitznahme · Bezugnahme · dazunehmen · Distanznahme · drannehmen · durchnehmen · Einflussnahme · einnehmen · Einsichtnahme · Empfangnahme · entgegennehmen · entnehmen · festnehmen · fortnehmen · freinehmen / frei nehmen · Fühlungnahme · fürliebnehmen · gefangen nehmen · heimnehmen · herabnehmen · herannehmen · heraufnehmen · herausnehmen · hereinnehmen · hernehmen · herübernehmen · herunternehmen · hinaufnehmen · hinausnehmen · hineinnehmen · hinnehmen · hinübernehmen · hinunternehmen · hinzunehmen · hochnehmen · hoppnehmen · hopsnehmen · Inangriffnahme · Inanspruchnahme · Inbetriebnahme · Ingebrauchnahme · Inhaftnahme · Inkaufnahme · Inzahlungnahme · Kenntnisnahme · Kontaktnahme · krummnehmen · Landnahme · leichtnehmen · malnehmen · maßnehmen / Maß nehmen · mitnehmen · nachnehmen · Parteinahme · Probenahme / Probennahme · raufnehmen · rausnehmen · reinnehmen · Rücksichtnahme / Rücksichtsnahme · schwernehmen · Stellungnahme · streng nehmen · teilnehmen · übelnehmen / übel nehmen · überhandnehmen · übernehmen · umnehmen · unternehmen · vernehmen · vorausnehmen · vorliebnehmen · vornehmen · vorwegnehmen · wahrnehmen · wegnehmen · wundernehmen · Zeitnahme · Zuhilfenahme · zunehmen · zurücknehmen · zusammennehmen
mit ›nehmen‹ als Binnenglied: bezugnehmend / Bezug nehmend · Geiselnehmer · Kreditnehmer
Mehrwortausdrücke  am Katzentisch Platz nehmen · an die Leine nehmen / an die kurze Leine nehmen · an etw. Anstoß nehmen · darauf kannst du Gift nehmen / da kannst du Gift drauf nehmen · das Heft in die Hand nehmen / das Heft des Handelns in die Hand nehmen · das Szepter in die Hand nehmen · das Wort nehmen · das Zepter in die Hand nehmen · den guten Willen für die Tat nehmen · den Kopf unter den Arm nehmen · den Mund voll nehmen · den Mund zu voll nehmen · den Schleier nehmen · die Beine in die Hand nehmen / die Beine in die Hände nehmen · die Beine unter die Arme nehmen / die Beine unter den Arm nehmen · die Fäden in die Hand nehmen · die Kutte nehmen · ein Bad nehmen · eine unerwartete Wendung nehmen · einen zur Brust nehmen · Einsicht nehmen · es von den Lebenden nehmen / es von den Lebendigen nehmen / es vom Lebendigen nehmen · etw. auf die leichte Achsel nehmen · etw. auf seine Kappe nehmen / etw. auf seine eigene Kappe nehmen · etw. auf seine Rechnung nehmen · etw. den Stachel nehmen · etw. die Schärfe nehmen / die Schärfe aus etw. nehmen · etw. die Spitze nehmen · etw. für bare Münze nehmen / etw. als bare Münze nehmen · etw. in Angriff nehmen · etw. in Betrieb nehmen · etw. in den Dienst einer Sache nehmen · etw. in Kauf nehmen · etw. mit ins Grab nehmen · etw. nicht in den Mund nehmen · etw. sportlich nehmen · etw. vom Tisch nehmen · etw. zur Kenntnis nehmen · Geld in die Hand nehmen · hart im Nehmen sein · jmdm. das Heft aus der Hand nehmen / jmdm. das Heft des Handelns aus der Hand nehmen · jmdm. das Ruder aus der Hand nehmen · jmdm. das Wort aus dem Mund nehmen / jmdm. das Wort aus dem Munde nehmen · jmdm. das Zepter aus der Hand nehmen / jmdm. das Szepter aus der Hand nehmen · jmdm. den Schneid nehmen / jmdm. die Schneid abnehmen · jmdm. die Binde von den Augen nehmen · jmdm. die Last von den Schultern nehmen / jmdm. eine Last von den Schultern nehmen / die Last von jmds. Schultern nehmen / eine Last von jmds. Schultern nehmen · jmdm. die Zügel aus der Hand nehmen / jmdm. die Zügel aus den Händen nehmen · jmdm. etw. aus der Hand nehmen · jmdm., etw. den Atem nehmen · jmdm., etw. den Wind aus den Segeln nehmen · jmdm., etw. die Luft zum Atmen nehmen · jmdn. aus dem Spiel nehmen · jmdn. in die Pflicht nehmen · jmdn. ins Gebet nehmen · jmdn. mit ins Boot nehmen / jmdn. ins Boot nehmen · jmdn. zum Mann nehmen / jmdn. zum Manne nehmen · jmdn. zur Frau nehmen · jmdn., etw. an die Kandare nehmen · jmdn., etw. auf die Hörner nehmen · jmdn., etw. auf die leichte Schulter nehmen · jmdn., etw. aufs Korn nehmen · jmdn., etw. in Augenschein nehmen · jmdn., etw. in Beschlag nehmen · jmdn., etw. in den Arm nehmen / jmdn., etw. in die Arme nehmen · jmdn., etw. in den Blick nehmen · jmdn., etw. in die Kur nehmen / jmdn., etw. in Kur nehmen · jmdn., etw. in die Zange nehmen · jmdn., etw. in die Zwickmühle nehmen · jmdn., etw. in Dienst nehmen / jmdn., etw. in den Dienst nehmen · jmdn., etw. ins Visier nehmen · jmdn., etw. unter Beschuss nehmen · jmdn., etw. unter die Lupe nehmen · jmdn., sich auf den Arm nehmen · jmdn., sich aus der Schusslinie nehmen · jmdn., sich, etw. auf die Schippe nehmen · jmdn., sich, etw. ernst nehmen · kein Blatt vor den Mund nehmen · kein Ende nehmen · Platz nehmen · Schaden nehmen / einen Schaden nehmen · sein Herz in die Hand nehmen / sein Herz in beide Hände nehmen · seinen Hut nehmen / den Hut nehmen · sich an der eigenen Nase nehmen / sich selbst an der Nase nehmen / sich selber an der Nase nehmen / sich an der Nase nehmen · sich an jmdm., etw. ein Beispiel nehmen · sich bei der eigenen Nase nehmen / sich selbst bei der Nase nehmen / sich selber bei der Nase nehmen / sich bei der Nase nehmen · sich das Ruder aus der Hand nehmen lassen · sich das Zepter aus der Hand nehmen lassen / sich das Szepter aus der Hand nehmen lassen · sich die Zügel aus der Hand nehmen lassen / sich die Zügel aus den Händen nehmen lassen · sich ein Herz nehmen · sich einen Strick nehmen / sich den Strick nehmen · sich etw. aus der Hand nehmen lassen / sich etw. aus den Händen nehmen lassen · sich etw. zu Herzen nehmen · sich etw. zur Brust nehmen · sich in Acht nehmen · sich jmdn. zur Brust nehmen · sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen · sich nicht die Wurst vom Brot nehmen lassen · Stellung nehmen · vom Stamme Nimm sein · von jmdm., etw. Abstand nehmen · woher nehmen, wenn nicht stehlen? / woher nehmen und nicht stehlen? · Zeit von der Uhr nehmen

Bedeutungsübersicht

  1. 1. etw., jmdn. (in einer bestimmten Absicht) ergreifen, erfassen
    1. a) ...
    2. b) etw., jmdn. ergreifen, von seinem Platz entfernen und zu sich heranholen, mit sich mitführen
    3. c) ⟨etw., jmdn. in etw. nehmen⟩ etw., jmdn. mit etw. umfassen, in etw. einschließen, hineinnehmen
    4. d) ⟨jmdn. in Haft nehmen⟩
  2. 2. sich etw. (Angebotenes) geben lassen
    1. a) etw. annehmen
    2. b) etw. übernehmen
    3. c) [übertragen] ...
  3. 3. jmdn. bei sich aufnehmen, beherbergen
    1. ● jmdm. eine bezahlte Arbeit geben, jmdn. einstellen
  4. 4. etw., jmdn. für sich aussuchen, auswählen, sich für etw., jmdn. entscheiden
    1. a) aus dem Angebot etw. zum Kauf auswählen
    2. b) gegen Bezahlung, Miete von etw. Gebrauch machen
    3. c) jmdn. zum Ehepartner wählen
    4. d) [übertragen] ...
  5. 5. ⟨einen Weg, eine Richtung nehmen⟩
    1. a) [Seemannssprache] ...
    2. b) [übertragen] ...
  6. 6. sich etw. zuführen, etw. genießen
    1. a) etw. einnehmen
    2. b) ⟨ein kaltes, heißes Bad nehmen⟩
    3. c) ⟨Unterricht nehmen⟩
  7. 7. etw. verwenden, aufbringen
    1. ● etw. beanspruchen
  8. 8. etw., jmdn. (jmdm.) wegnehmen und in seinen Besitz bringen
    1. a) (jmdm.) etw., jmdn. rauben
    2. b) ⟨sich [Dativ] etw. nehmen⟩ sich etw. aneignen
    3. c) [Militär] etw. erobern, einnehmen
    4. d) [derb] ⟨eine Frau nehmen⟩
  9. 9. jmdm., einer Sache etw. wegnehmen
    1. a) jmdm., einer Sache etw. entziehen
    2. b) jmdn. von etw. befreien, erlösen
  10. 10. etw. bewältigen, überwinden
  11. 11. [Sport] ...
  12. 12. etw., jmdn. für etw., jmdn. ansehen, halten
    1. ● etw. in einer bestimmten Art auffassen, auslegen
  13. 13. sich etw. vorstellen, vergegenwärtigen, an etw. denken
  14. 14. ⟨etw. nehmen, wie es ist⟩
  15. 15. jmdn. richtig behandeln, mit jmdm. zurechtkommen
  16. 16. jmdm., einer Sache eine bestimmte Betreuung, Behandlung zuteilwerden lassen
  17. 17. einen Körperteil bewegen, in eine andere Stellung, Lage bringen
  18. 18. etw. nach einem Original aufnehmen, festhalten
  19. 19. dient zur Umschreibung eines Verbalbegriffs: in abgeblasster Bedeutung
    1. a) ⟨Platz nehmen⟩
    2. b) ⟨Schaden nehmen⟩
    3. c) ⟨etw. in Angriff nehmen⟩
  20. 20. [veraltet] ⟨sich nehmen⟩

Bedeutungen

eWDG
1.
etw., jmdn. (in einer bestimmten Absicht) ergreifen, erfassen
a)
Beispiele:
das Buch, sein Handwerkszeug nehmen
der Reiter nimmt die Zügel
veraltendman nehme 250 Gramm Mehl, 50 Gramm Butter … [als Einleitung von Kochrezepten]
jmds. Hand nehmen
gehobenjmds. Arm nehmen (= sich bei jmdm. einhaken)
das Pferd am, beim Zügel nehmen
er wurde am Ohr, bei den Ohren genommen
umgangssprachlich, scherzhaftjmdn. am Schlafittchen nehmen
bildlich, umgangssprachlichjmdn. am, beim Kragen nehmen (= jmdn. fest packen)
bildlich, umgangssprachlichdie Gelegenheit beim Schopfe nehmen (= sie entschlossen wahrnehmen)
übertragen, saloppjmdn. beim Kanthaken nehmen (= sich jmdn. vornehmen)
übertragenjmdn. bei der Ehre nehmen (= jmds. Ehrgefühl wachrufen)
übertragenjmdn. beim Wort nehmen (= von jmdm. verlangen, dass er das Gesagte, Versprochene ausführt)
b)
etw., jmdn. ergreifen, von seinem Platz entfernen und zu sich heranholen, mit sich mitführen
Beispiele:
er nahm seinen Hut, die Tasche und ging
nimm den Eimer und hole Wasser!
das Bild von der Wand, ein Glas aus dem Schrank, das Buch aus dem Regal, Geld aus der Brieftasche nehmen
sie nahm das Geschirr vom Tisch
etw. auf die Gabel nehmen
er nimmt (sich) [Dativ] die Last auf die Schultern
umgangssprachlicher nimmt (sich) [Dativ] die Last auf den Buckel
eine Decke über die Füße, den Mantel über den Arm nehmen
das Kind auf den Schoß, Arm, an die Hand nehmen
jmdn. auf die Seite nehmen
etw. zur Hand, an sich nehmen
den Hund an die Leine, das Pferd an die Longe nehmen
Seemannsspracheein Schiff ins Schlepptau nehmen
umgangssprachlich, scherzhaftwoher nehmen und nicht stehlen? (= das besitze ich leider nicht) Artikel für Mehrwortausdruck ‘woher nehmen und nicht stehlen?’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
[…] von dem Vorlande […] können wir die Erde nehmen […] [ StormSchimmelr.7,229]
α)
bildlich
Beispiele:
woher nimmst du deine Kenntnisse?
er hat sein Geheimnis mit ins Grab genommen Artikel für Mehrwortausdruck ‘etw. mit ins Grab nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
(sich) [Dativ] kein Blatt vor den Mund nehmen Artikel für Mehrwortausdruck ‘kein Blatt vor den Mund nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
umgangssprachlichjmdn. ins Schlepptau nehmen (= jmdm. vorangehen, in einer bestimmten Richtung den Weg bahnen)
β)
übertragen
Beispiele:
sich [Dativ] etw. zu Herzen nehmen (= durch etw. betrübt, bedrückt werden)
umgangssprachlichetw. auf die leichte Achsel, Schulter nehmen Artikel für Mehrwortausdruck ‘etw. auf die leichte Achsel nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024 Artikel für Mehrwortausdruck ‘jmdn., etw. auf die leichte Schulter nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
umgangssprachlichjmdn. (fest) an die Kandare nehmen
umgangssprachlichjmdn. auf den Arm nehmen (= jmdn. zum Besten haben) Artikel für Mehrwortausdruck ‘jmdn., sich auf den Arm nehmen’ anzeigenDWDS, 30.05.2023
umgangssprachlichjmdn. auf die Schippe nehmen (= jmdn. zum Besten haben) Artikel für Mehrwortausdruck ‘jmdn., sich, etw. auf die Schippe nehmen’ anzeigenDWDS, 19.06.2023
c)
⟨etw., jmdn. in etw. nehmen⟩etw., jmdn. mit etw. umfassen, in etw. einschließen, hineinnehmen
Beispiele:
den Bleistift, die Türklinke in die Hand nehmen
jmdn. in die Arme nehmen
sie haben ihn in die Mitte genommen
●
bildlich
Beispiele:
der Jäger hatte das Wild ins Glas genommen (= mit dem Fernglas erfasst)
sie nimmt die Erziehung ihrer Kinder in die Hand, hat ihr Leben in die eigenen Hände genommen
das Heft, Zepter in die Hand nehmen
umgangssprachlichsein Herz in die Hand nehmen
salopp, scherzhaftdie Beine in die Hand, unter die Arme nehmen Artikel für Mehrwortausdruck ‘die Beine in die Hand nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024 Artikel für Mehrwortausdruck ‘die Beine unter die Arme nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
umgangssprachlicher wollte dieses Wort nicht in den Mund nehmen (= nicht aussprechen)
umgangssprachlichjmdn. unter seine, die Fittiche nehmen
umgangssprachlichjmdn. in die Zange, Schraube nehmen (= jmdn. von mehreren Seiten bedrängen, unter Druck setzen)
d)
⟨jmdn. in Haft nehmen (= jmdn. festnehmen, gefangen nehmen)⟩
Beispiele:
die Polizei hat ihn in Haft genommen
er ist in Arrest, Gewahrsam, Verwahr genommen worden
saloppjmdn. hopp, hops nehmen
2.
sich etw. (Angebotenes) geben lassen
Beispiele:
er nahm bei Tisch noch einmal Fleisch, Aufschnitt, von dem Salat
nehmen Sie eine Zigarette, ein Glas Wein?
Geschenke nehmen
er nimmt (kein, viel) Geld, nahm nichts
er hat Vorschuss, Bestechungsgelder, ein Darlehen, kein Entgelt, keine Bezahlung genommen
Miete, Zinsen, hohe Preise nehmen (= verlangen)
Seemannssprachedas Schiff nimmt Ballast, Ladung
Fußballden Ball mit dem Kopf nehmen
umgangssprachlicher nimmt’s von den Lebendigen, vom Lebendigen (= fordert hohe Preise) Artikel für Mehrwortausdruck ‘es von den Lebendigen nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
umgangssprachlich, scherzhaftder ist vom Stamme Nimm (= ist unbescheiden, stets auf Gewinn bedacht)
a)
etw. annehmen
Beispiele:
nehmen Sie meinen allerherzlichsten Dank!
sie wollte keinen Dank nehmen
von jmdm. Rat nehmen
er nahm, was sich ihm bot
b)
etw. übernehmen
Beispiele:
etw. in Zahlung, Vertrieb nehmen
jmds. Eigentum in Verwahrung nehmen
c)
übertragen
Beispiele:
Gefahren, Opfer, Entbehrungen, die Folgen, die Schuld, den Tod auf sich nehmen
umgangssprachlichein Kreuz auf sich nehmen
etw. auf seine Verantwortung nehmen
etw. auf seine (eigene) Kappe nehmen Artikel für Mehrwortausdruck ‘etw. auf seine Kappe nehmen’ anzeigenDWDS, 01.03.2021
etw. auf seinen Eid nehmen
3.
jmdn. bei sich aufnehmen, beherbergen
Beispiele:
jmdn. zu sich, in sein Haus, unter sein Dach nehmen
sie hat einen Studenten in Untermiete genommen
Und auf der Flucht vor den Panzerreitern / […] Nahm Grusche Vachnadze das Kind an Kindes Statt […] [ BrechtKaukas. Kreidekreis3]
●
jmdm. eine bezahlte Arbeit geben, jmdn. einstellen
Beispiele:
man hatte ihn für diesen Posten, in diese Stellung genommen
jmdn. in die Lehre nehmen
sie war als Sekretärin genommen worden
einen Lehrling nehmen
er nahm (sich) [Dativ] einen Privatlehrer, Anwalt
dieser Betrieb nimmt keine ungelernten Kräfte
bei der Musterung wurde er zum Wehrdienst genommen
4.
etw., jmdn. für sich aussuchen, auswählen, sich für etw., jmdn. entscheiden
a)
aus dem Angebot etw. zum Kauf auswählen
Beispiele:
er nahm dieses Buch, ein anderes Bild
sie hat den teureren Kleiderstoff, die gelben Äpfel, ein Kilo Tomaten, ein Lotterielos genommen
nehmen Sie doch diesen Mantel!
b)
gegen Bezahlung, Miete von etw. Gebrauch machen
Beispiele:
den Omnibus, Zug, das Flugzeug nehmen
er hatte (sich) [Dativ] ein Taxi genommen
er nahm sich [Dativ] ein Hotelzimmer
ein Geschäft, Grundstück in Pacht nehmen
Wohnung, Quartier, sein Domizil, seinen Aufenthalt nehmen
c)
jmdn. zum Ehepartner wählen
Beispiele:
ein Mädchen zur Frau nehmen
veraltetdie Schwester eines Freundes zur Frau nehmen
sie hatte ihn zum Manne genommen
umgangssprachlich(sich) [Dativ] eine Frau, einen Mann nehmen
umgangssprachlicher hatte das Mädchen genommen
umgangssprachlichDie Töchter mancher wohlhabenden Kleinkaufleute […] hätten den jungen Beamten gerne genommen […] [ NablOrtliebsche Frauen7]
d)
übertragen
Beispiele:
den Schleier, die Kutte nehmen (= Nonne, Mönch werden) Artikel für Mehrwortausdruck ‘den Schleier nehmen’ anzeigenDWDS, 04.12.2025
historischim Mittelalter nahmen viele Ritter das Kreuz (= beteiligten sich am Kreuzzug)
saloppden Strick nehmen (= sich erhängen) Artikel für Mehrwortausdruck ‘sich den Strick nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
5.
⟨einen Weg, eine Richtung nehmen (= einen Weg, eine Richtung wählen, einschlagen)⟩
Beispiele:
er nimmt den Weg durch den Wald, den steilen Weg zum Gipfel
der Rettungswagen nimmt seinen Weg zum nächsten Krankenhaus
den kürzesten Heimweg nehmen
die Richtung nach Berlin nehmen
Auch müsse er den Weg festsetzen, den sie nehmen wollten […] [ Ric. HuchConfalonieri74]
Hinab zum Brunnen nimmt es [das Kind] den Lauf […] [ HebbelI 6,180]
a)
Seemannssprache
Beispiele:
Kurs auf ein Ziel nehmen
das Schiff nimmt einen anderen Kurs
b)
übertragen
Beispiele:
alles nahm seinen ordentlichen Gang, den gewohnten Verlauf
etw. nimmt seinen Fortgang (= etw. dauert an, geht weiter)
das Gespräch hatte eine andere Richtung, eine unerwartete Wendung genommen Artikel für Mehrwortausdruck ‘eine unerwartete Wendung nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
●
⟨etw. nimmt seinen Lauf (= etw. entwickelt sich so, wie es folgerichtig kommen muss)⟩
Beispiele:
die Gerechtigkeit nimmt ihren Lauf
das Schicksal, Verhängnis hatte seinen Lauf genommen
6.
sich etw. zuführen, etw. genießen
a)
etw. einnehmen
Beispiele:
eine Arznei, Medizin, ein Schlafmittel nehmen
sie musste Tabletten, Tropfen, Traubenzucker nehmen
er hat Gift genommen (= sich vergiftet)
●
⟨etw. zu sich nehmen (= etw. essen)⟩
Beispiele:
bevor er ging, nahm er noch eine Kleinigkeit zu sich
gehobendas Frühstück, Mittagessen, einen Imbiss nehmen
gehobensie nahmen den Kaffee, Tee auf der Veranda
einen Schluck (Wein), eine Prise (Tabak) nehmen
umgangssprachlich nimm den Mund nicht so voll (= stopfe nicht so viel in den Mund) Artikel für Mehrwortausdruck ‘den Mund voll nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024 Artikel für Mehrwortausdruck ‘den Mund zu voll nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
bildlicher nimmt den Mund (reichlich) voll (= übertreibt sehr, schneidet sehr auf)
übertragendarauf kannst du Gift nehmen (= darauf kannst du dich verlassen)
umgangssprachlich[…] er hatte wohl ordentlich einen genommen (= war betrunken) […] [ WelkGrambauer286]
b)
⟨ein kaltes, heißes Bad nehmen (= kalt, heiß baden)⟩
Beispiele:
ein Fußbad nehmen
sie nimmt ein Sonnenbad, hat Luftbäder genommen
c)
⟨Unterricht nehmen (= sich Unterricht erteilen lassen)⟩
Beispiele:
er nimmt Klavierstunden, Nachhilfestunden, Tanzunterricht
bei jmdm. Unterricht in Russisch, Mathematik nehmen
7.
etw. verwenden, aufbringen
Beispiele:
bei dieser Arbeit kannst du dir Zeit nehmen
er nahm sich [Dativ] die Zeit, Mühe, etw. zu tun
●
etw. beanspruchen
Beispiele:
sie nahm ihren Urlaub, nahm sich [Dativ] einen freien Nachmittag
umgangssprachlichsich [Dativ] frei nehmen
gespreiztich nehme mir die Freiheit (= erlaube mir), das zu tun
gespreizter nahm Gelegenheit, seinen Vorschlag anzubringen
8.
etw., jmdn. (jmdm.) wegnehmen und in seinen Besitz bringen
a)
(jmdm.) etw., jmdn. rauben
Beispiele:
jmdm. (heimlich, mit Gewalt) sein Eigentum nehmen
ein Dieb hat ihr das ganze Geld genommen
die Einbrecher nahmen Schmuck und Uhren
jmdm. ein Mädchen, den Geliebten nehmen (= abspenstig machen)
Schacher hat ihm einen Bauern, den Läufer genommen
bildlich, gehobender Krieg hatte ihm alles, den Vater genommen
bildlich, gehobender Tod hat ihm die Feder aus der Hand genommen
bildlichjmdm. das Heft aus der Hand nehmen
bildlich, umgangssprachlichjmdm. den Wind aus den Segeln nehmen
bildlich, umgangssprachlichich lasse mir nicht die Butter vom Brot nehmen Artikel für Mehrwortausdruck ‘sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen’ anzeigenDWDS, 11.03.2024
bildlich, umgangssprachlichdu hast mir das Wort aus dem Munde genommen (= hast ausgesprochen, was ich gerade sagen wollte)
übertragensich [Dativ] das Leben nehmen (= Selbstmord begehen)
b)
⟨sich [Dativ] etw. nehmen⟩sich etw. aneignen
Beispiele:
sie nahm sich, was sie brauchte
er nimmt sich immer das Beste
was man ihnen nicht freiwillig gab, haben sie sich genommen
c)
Militär etw. erobern, einnehmen
Beispiele:
die Stadt, Festung, Stellung, Bergkuppe (im Sturm) nehmen
bildlichDas Buch, das einen leicht nimmt und leicht losläßt […] [ Hofmannsth.ProsaII 299]
d)
derb ⟨eine Frau nehmen (= mit einer Frau geschlechtlich verkehren)⟩
Beispiel:
Ich wußte […] daß er noch andere begehren und nehmen würde […] [ H. Mann2,323]
9.
jmdm., einer Sache etw. wegnehmen
a)
jmdm., einer Sache etw. entziehen
Beispiele:
jmdm. die Sicht, Aussicht nehmen
etw. nimmt jmdm. (fast) den Atem, die Luft
jmdm. die Freude, Stimmung, Hoffnung, den Spaß, Appetit, Glauben, seine Illusionen nehmen
man wollte ihm seine Rechte, Ansprüche, die Freiheit nehmen
umgangssprachlichjmdm. das Brot (= den Lebensunterhalt) nehmen
das Interesse daran war ihm genommen worden
er ließ es sich [Dativ] nicht nehmen (= bestand darauf), sie selbst zu begrüßen
die Bearbeitung hat der Dichtung nichts von ihrer Eigenart genommen
seinem Angriff war die Spitze, Schärfe genommen worden
einer Sache allen Reiz nehmen
umgangssprachlicheiner Sache die Würze nehmen
übertragendie beiden nehmen sich (in dieser Hinsicht, Beziehung) nichts (= die beiden machen einander nicht den Rang streitig, sind sich sehr ähnlich)
b)
jmdn. von etw. befreien, erlösen
Beispiele:
jmdm. die Angst, Unruhe, Ungewissheit nehmen
jmdm. eine Last vom Herzen, von der Seele nehmen
eine Sorge von jmdm. nehmen
bildlichjmdm. die Binde von den Augen nehmen (= jmdn. über die Tatsachen aufklären)
10.
etw. bewältigen, überwinden
Beispiele:
ein Hindernis, die Hürden nehmen
die Steigung, den Abhang, die Treppe, zwei Stufen auf einmal nehmen
das Schiff hatte das Kap genommen
das Auto nahm die Kurve
Die übrigen Stationen [des Examens] nahm ich […] im Fluge […] [ SchleichVergangenheit243]
11.
Sport
Beispiele:
der Boxer ist hart im Nehmen (= setzt sich den Schlägen des Gegners ohne Schonung aus)
er musste mehrere Treffer seines Gegners nehmen (= ertragen, aushalten)
übertragen, umgangssprachlichjmd. ist hart im Nehmen Artikel für Mehrwortausdruck ‘hart im Nehmen sein’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
12.
etw., jmdn. für etw., jmdn. ansehen, halten
Beispiele:
etw. für ein günstiges Zeichen nehmen
er nahm diese Äußerung für Wahrheit, Hohn, als Bekenntnis
sein Versprechen, seine Klagen, Komplimente kann man nicht für bare Münze nehmen
den guten Willen für die Tat nehmen Artikel für Mehrwortausdruck ‘den guten Willen für die Tat nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
jmdn. für dumm nehmen
sie nahmen sich sehr wichtig
man hat ihn nicht ernst genommen
umgangssprachlichman hat ihn nicht für voll genommen
[…] durchscheinend blaugrüne Stückchen […] die ich für Edelsteine nahm […] [ CarossaKindheit44]
Der König scheint ihn für einen harmlosen Schwärmer genommen zu haben […] [ MehringLessing-Legende96]
●
etw. in einer bestimmten Art auffassen, auslegen
Beispiele:
etw. (nicht) ernst, wichtig, zu streng, schwer nehmen
umgangssprachlichetw. (nicht) tragisch nehmen
sie hat das, hat es damit genau genommen
er nimmt die Sache allzu leicht, nicht so schlimm, von der heiteren Seite
diese Kritik darfst du nicht persönlich nehmen
sie hatten die Bemerkung wörtlich genommen
wenn Sie es so nehmen (= in dieser Weise ansehen) wollen, betrifft diese Sache uns alle
im Grunde genommen (= eigentlich) hat er recht
alles in allem genommen (= im Ganzen gesehen) war es ein gelungenes Fest
umgangssprachlichwie man’s nimmt (= man kann die Angelegenheit von verschiedenen Standpunkten aus betrachten)
13.
sich etw. vorstellen, vergegenwärtigen, an etw. denken
Beispiele:
nehmen Sie nur einmal die vielen Vorbereitungen, die dafür nötig sind!
wenn man die gegenwärtige Situation nimmt, so …
nehmen wir den Fall (= nehmen wir an), dass …
14.
⟨etw. nehmen, wie es ist (= etw. hinnehmen, sich mit etw. abfinden)⟩
Beispiele:
eine Sache, seine Lage so nehmen, wie sie ist, liegt
jmdn. nehmen, wie er ist, sich gibt (= sich mit jmds. Art abfinden)
etw. in Kauf nehmen (= Unwillkommenes als Zugabe hinnehmen)
Adelaide stand viel zu hoch, um die Welt zu nehmen, wie sie war […] [ RaabeSchüdderumpIII 1,49]
15.
jmdn. richtig behandeln, mit jmdm. zurechtkommen
Beispiele:
man muss ihn zu nehmen wissen
sie weiß, wie sie ihre Kollegen nehmen muss, zu nehmen hat
[…] er nimmt die Leute richtig […] [ MoloEin Deutscher127]
16.
jmdm., einer Sache eine bestimmte Betreuung, Behandlung zuteilwerden lassen
Beispiele:
jmdn. unter seine Obhut, Leitung nehmen
jmdn., sich in Zucht nehmen
das Leben hatte sie in eine harte Schule genommen
umgangssprachlichder Arzt hatte ihn unters Messer genommen (= operiert)
saloppjmdn. in die Mache, Mangel nehmen (= jmdn. bearbeiten, jmdm. hart zusetzen)
ein Stück Land in Kultur, unter den Pflug nehmen
die Grünflächen, Maschinen in (persönliche, gemeinschaftliche) Pflege nehmen
bildlichjmdn., etw. unter die Lupe nehmen (= jmdn., etw. genau betrachten, prüfen)
Trotzdem müssen wir Sie in eine kleine Strafe nehmen […] [ MusilMann166]
17.
einen Körperteil bewegen, in eine andere Stellung, Lage bringen
Beispiele:
den Kopf in den Nacken nehmen
die Hand vom Tisch, aus der Manteltasche, an die Mütze, die Hände an die Hosennaht nehmen
er nahm den Fuß von der Treppenstufe, das Auge vom Fernrohr
18.
etw. nach einem Original aufnehmen, festhalten
Beispiele:
Musik, eine Unterhaltung auf Tonband nehmen
ein Motiv auf Farbfilm nehmen
einen Abdruck, Abguss nehmen
Beim Nehmen der Formen von der natürlichen Vorlage [zum Herstellen eines Gipsabgusses] […] [ Urania1959]
[…] den Stand der Wettergläser nehmen (= ablesen) und notieren […] [ BartningErdball97]
19.
dient zur Umschreibung eines Verbalbegriffs; in abgeblasster Bedeutung
Grammatik: mit einem Substantiv
Beispiele:
umgangssprachlichReißaus nehmen (= davonlaufen, fliehen)
Militär(volle) Deckung nehmen (= Schutz suchen)
(zu einem Kleid, Anzug) Maß nehmen (= die Körpermaße feststellen)
sich [Dativ] ein Herz nehmen (= einen mutigen Entschluss fassen)
(von jmdm.) Abschied nehmen (= sich verabschieden)
gehobenden, seinen Abschied nehmen (= aus dem Dienst scheiden)
gehobenseinen Rücktritt nehmen (= zurücktreten, aus dem Amt scheiden)
Abstand von etw. nehmen (= auf etw. verzichten, etw. unterlassen)
von etw. Kenntnis nehmen (= sich mit etw. bekannt machen)
von jmdm., etw. keine Notiz nehmen (= jmdn., etw. nicht beachten)
Einsicht, Einblick in die Akten, Protokolle nehmen (= die Akten, Protokolle einsehen)
auf etw., jmdn. Bezug nehmen (= sich auf etw., jmdn. beziehen)
gehobenAnstoß an etw. nehmen (= etw. beanstanden, missbilligen) Artikel für Mehrwortausdruck ‘an etw. Anstoß nehmen’ anzeigenDWDS, 14.10.2024
gehobenkeinen Anstand nehmen (= kein Bedenken haben, nicht zögern)
an jmdm. Rache nehmen (= sich an jmdm. rächen)
sich [Dativ] an jmdm., etw. ein Beispiel nehmen (= jmdn., etw. als Vorbild, Muster ansehen)
auf jmdn., etw. Einfluss nehmen (= auf jmdn., etw. einwirken)
auf jmdn., etw. Rücksicht nehmen (= jmdn., etw. rücksichtsvoll, schonend behandeln, sich nach jmdm., etw. richten)
mit jmdm. Fühlung nehmen (= mit jmdm. Kontakt aufnehmen)
zu jmdm., etw. (seine) Zuflucht nehmen (= bei jmdm., etw. Hilfe, einen Ausweg suchen)
für jmdn. Partei, jmds. Partei nehmen (= in einem Streitfall rückhaltlos für jmdn. eintreten)
zu einem Problem, für jmdn. Stellung nehmen (= zu einem Problem einen bestimmten Standpunkt einnehmen, für jmdn. eintreten)
tätigen Anteil an etw. nehmen (= sich an etw. beteiligen)
an einem Problem, jmds. Schicksal regen, lebhaften, ehrlichen Anteil nehmen (= großes Interesse daran, Mitgefühl dafür zeigen)
von etw., jmdm. Besitz nehmen (= sich einer Sache, jmds. bemächtigen)
etw., jmd. hat einen großartigen, steilen Aufstieg, eine rasche Aufwärtsentwicklung, beachtliche Entwicklung genommen (= etw., jmd. hat sich rasch, beachtlich entwickelt, ist gut vorangekommen)
gehobenetw., jmd. hat einen großen, erfreulichen Aufschwung genommen (= etw., jmd. hat sich rasch, beachtlich entwickelt, ist gut vorangekommen)
etw. nimmt ein schlimmes, jähes Ende (= etw. endet schlimm, jäh)
etw. will kein Ende nehmen (= etw. hört nicht auf)
gehobenetw. nimmt seinen Anfang (= beginnt)
papierdeutschAufstellung nehmen (= sich aufstellen)
papierdeutschmit jmdm. Rücksprache nehmen (= mit jmdm. eine Aussprache, ein erneutes Gespräch führen)
papierdeutschetw. nimmt von etw. seinen Ausgang (= etw. geht von etw. aus)
SportAnlauf (zum Sprung, Wurf) nehmen (= sich durch Laufen den nötigen Schwung geben)
Anlauf zur Arbeit, einen neuen Anlauf zu dem Geständnis nehmen (= dazu ansetzen)
jmdn., etw. aufs Korn nehmen (= jmdn., etw. beobachten, auf jmdn., etw. besondere Aufmerksamkeit richten) Artikel für Mehrwortausdruck ‘jmdn., etw. aufs Korn nehmen’ anzeigenDWDS, 12.02.2024
etw. in Arbeit nehmen (= an etw. zu arbeiten beginnen)
etw. in Gebrauch, Betrieb, Dienst nehmen (= etw. zu gebrauchen beginnen)
papierdeutschetw. in Benutzung nehmen (= etw. zu gebrauchen beginnen)
etw., jmdn. in Anspruch nehmen (= etw., jmdn. beanspruchen)
jmdn., etw. in Beschlag nehmen (= jmdn., etw. völlig für sich beanspruchen)
etw., jmdn. in Augenschein nehmen (= etw., jmdn. ansehen, betrachten)
etw. für jmdn., jmdn. für etw. in Aussicht nehmen (= etw. für jmdn., jmdn. für etw. vorsehen)
jmdn. ins Verhör nehmen (= jmdn. verhören)
umgangssprachlichjmdn. (tüchtig) ins Gebet nehmen (= jmdm. Vorhaltungen machen, mit Fragen zusetzen)
etw. in Besitz nehmen (= sich etw. aneignen, zu eigen machen)
etw. in Empfang nehmen (= sich etw. geben, aushändigen lassen)
umgangssprachlichjmdn. in Empfang nehmen (= jmdn. begrüßen und begleiten)
jmdn. in Schutz nehmen (= jmds. Verhalten entschuldigen, jmdn. verteidigen)
sich (vor etw., jmdm.) in Acht nehmen (= sich vorsehen, sich hüten)
etw. in Acht nehmen (= auf etw. achten, mit etw. sorgfältig umgehen)
etw. zu Hilfe nehmen (= etw. zur Unterstützung verwenden)
etw. zum Anlass nehmen (= durch etw. veranlasst werden)
(sich) [Dativ] jmdn. zum Vorbild nehmen (= jmdm. nacheifern)
etw. zu Protokoll nehmen (= etw. notieren, im Protokoll festhalten)
papierdeutschetw. zur Kenntnis nehmen (= etw. vermerken, ins Bewusstsein aufnehmen)
[…] es wird sicher einmal ein schlechtes Ende mit mir nehmen (= ich werde schlimm enden) […] [ Feuchtw.Tag313]
a)
⟨Platz nehmen (= sich setzen)⟩
Beispiele:
er hatte am Tisch, auf dem Sofa, neben der Hausfrau Platz genommen
das Wort nehmen (= das Wort ergreifen, zur Sache sprechen)
b)
⟨Schaden nehmen (= zu Schaden kommen, beschädigt werden)⟩
Beispiele:
der Fahrer, das Auto hatte bei dem Unfall keinen Schaden genommen
[…] wenn sie fürchtete, ich könnte […] Schaden nehmen an meiner Seele […] [ G. Hauptm.4,180]
c)
⟨etw. in Angriff nehmen (= etw. beginnen)⟩
Beispiel:
er nimmt die Arbeit, Aufgabe, dieses Projekt in Angriff
20.
veraltet ⟨sich nehmen (= sich benehmen, verhalten)⟩
Beispiel:
Ich weiß mich in dieser Sache nicht zu nehmen […] [ LessingMinnaII 2]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
nehmen · benehmen · benommen · Benommenheit · unbenommen · Benehmen · Benimm · unternehmen · Unternehmen · Unternehmer · vernehmen · Vernehmung · vernehmlich · Nahme
nehmen Vb. ‘mit den Händen ergreifen, fassen, wegnehmen, entziehen’, ahd. neman (8. Jh.), mhd. nemen, asächs. niman, neman, mnd. mnl. nēmen, nl. nemen, afries. nema, aengl. niman, engl. (älter) to nim, anord. nema, got. niman (germ. *neman) sind vergleichbar mit griech. némein (νέμειν) ‘aus-, ver-, ordnungsgemäß zuteilen, lenken, leiten, verwalten, sich aneignen, besitzen, bebauen, Weideland zuteilen, (ab)weiden, verzehren’, lett. (mit sekundärer Palatalisierung des Anlauts) n̹emt, awest. nəmah- ‘Darlehen’, air. nem ‘Gift’, lat. numerus ‘Zahl, Anzahl’, lit. núoma, núomas, lett. noma ‘Miete, Pacht’, so daß eine Wurzel ie. *nem- ‘zuteilen, nehmen’ (von der Vorstellung der hingestreckten Hand), auch (von ‘zuteilen’ ausgehend) ‘anordnen, rechnen, zählen’ angesetzt werden kann. – benehmen Vb. ‘wegnehmen, entziehen’, ahd. bineman (8. Jh.), mhd. benemen; reflexiv ‘sich verhalten, sich aufführen’, anfangs ‘sich besprechen, mit jmdm. verständigen’ (18. Jh.). benommen Part.adj. ‘schwindlig, betäubt’ (19. Jh.), eigentlich ‘weggenommen, behindert’; Benommenheit f. ‘das Gefühl, keinen klaren Kopf zu haben, Betäubtheit’ (Mitte 19. Jh.). unbenommen Part.adj. ‘nicht verwehrt, unversagt’, eigentlich ‘unbehindert’, meist in der Fügung unbenommen sein, mhd. unbenomen sīn. Benehmen n. ‘das Verhalten nach Regeln von Sitte und Takt (im Umgang mit Menschen)’ (1. Hälfte 18. Jh.); dazu umgangssprachlich Benimm m. (19. Jh.). unternehmen Vb. ‘beginnen, betreiben, machen’ (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.); vgl. ahd. untarneman ‘unterbrechen, dazwischentreten’ (10. Jh.), mhd. undernemen ‘abschneiden, unterbrechen, verhindern, wegnehmen’, reflexiv ‘sich gegenseitig fassen, sich jmds. annehmen, etw. übernehmen, antreten’; Unternehmen n. ‘was unternommen wird, Vorhaben, Absicht’ (Anfang 17. Jh.), auch ‘wirtschaftliche Unternehmung, Betrieb’ (18. Jh.), dazu Unternehmer m. ‘wer einen Gewerbe- oder Industriebetrieb besitzt (und leitet)’ (18. Jh.), nach engl. undertaker, frz. entrepreneur; älter allgemein ‘wer etw. in die Wege leitet’ (Ende 17. Jh.). vernehmen Vb. ‘geistig erfassen und aufnehmen, hören, verstehen’, ahd. firneman ‘verstehen, verbrauchen’, auch ‘zur Kenntnis nehmen, erkennen’ (8. Jh.), mhd. vernemen ‘fest-, gefangennehmen, (an)hören, erfahren, erfassen, begreifen’; als Ausdruck der Gerichtssprache ‘jmdn. befragen und anhören, verhören’ (18. Jh.); Vernehmung f. ‘geistige Erfassung’ (15. Jh.), ‘gerichtliches Verhör’ (Ende 17. Jh.); vernehmlich Adj. ‘hörbar, laut, deutlich’ (18. Jh.), älter ‘mit einem der Sinne wahrnehmbar’, auch ‘verständig, klug’ (15. Jh.). Nahme f. ‘das Nehmen, das Gewonnene’, ahd. nāma ‘Beschlagnahme, Ergreifung’ (um 800), mhd. nāme ‘gewaltsames Nehmen, Raub, Beute’, Verbalabstraktum zu nehmen; heute nur in Präfixbildungen wie Abnahme (17. Jh.), Annahme (15. Jh.), Aufnahme (15. Jh.), Einnahme (15. Jh.), Entnahme (18. Jh.), Übernahme, (mhd. übernāme), Zunahme (Mitte 17. Jh.), die von den entsprechenden Präfixverben abgeleitet sind.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(sich) bedienen · (sich) nehmen · zugreifen · zulangen · zuschlagen
Assoziationen

(sich) greifen · (sich) schnappen · ergreifen · fassen · festhalten · in die Hand nehmen · nicht aus der Hand geben · nicht loslassen · packen  ●  nehmen ugs.
Assoziationen

auflegen · auftragen  ●  draufhauen ugs., salopp · drauftun ugs. · nehmen ugs.
Assoziationen


(jemandes) Wahl fällt auf · sich entscheiden (für)  ●  nehmen ugs.
Assoziationen

(ein Verkehrsmittel / ein Fahrzeug) nehmen · anreisen (per / mit) · fahren (mit) · kommen (mit)

(zu etwas) heranziehen · anwenden · benutzen · benützen · einsetzen · gebrauchen · greifen (zu) · nutzen · nützen · verwenden  ●  zur Anwendung bringen Papierdeutsch · (sich) einer Sache bedienen geh. · adhibieren geh., veraltet · applizieren geh., veraltend, bildungssprachlich · nehmen ugs.
Unterbegriffe
  • erstmalig verwenden · erstmals einsetzen · in Gebrauch nehmen · zum Einsatz bringen · zum ersten Mal benutzen
Assoziationen

(jemandem etwas) nehmen (Aussicht) · (jemandem etwas) verbauen (Sicht) · (jemandem etwas) zubauen

Typische Verbindungen zu ›nehmen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›nehmen‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›nehmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die 1977 in Betrieb genommenen Anlagen laufen noch voll mechanisch. [Die Zeit, 27.04.1984]
Die riesige Zahl der Bücher nimmt er gar nicht mehr wahr. [Schwanitz, Dietrich: Bildung. Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 433]
Man wird es zur Kenntnis nehmen, verlassen Sie sich darauf. [Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs. Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 175]
Ist es bereits für sich genommen in irgendeiner Weise »zynisch«? [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft. Bd. 2. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1983, S. 945]
Auch eine solche Behauptung kann man nicht für bare Münze nehmen. [Offe, Claus: Strukturprobleme des kapitalistischen Staates. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 145]
Zitationshilfe
„nehmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/nehmen>, abgerufen am 28.10.2026.

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