Ausland

In Polen ist ein Streit um das Verfassungsgericht eskaliert. Polizisten sicherten gestern das Gelände vor dem Gerichtshof, nachdem eine Richterin die Beamten wegen möglicher Gefahren für die Sicherheit von Richtern und Mitarbeitenden alarmiert hatte, wie die Polizei in Warschau mitteilte.

Regierungschef Donald Tusk erklärte, die Rechtsstaatlichkeit müsse wieder hergestellt werden. Der rechtskonservative Präsident Karol Nawrocki brach seine geplante Reise nach Senegal ab.

Demonstrierende wollten Tor aufschweißen

Zuvor war auf der Website des Verfassungsgerichts eine Mitteilung erschienen, wonach die Tätigkeit von Gerichtspräsident Bogdan Swieczkowski und seinem Stellvertreter für einen Monat ausgesetzt sei. In dieser Zeit werde Verfassungsrichterin Anna Korwin-Piotrowska das Gericht führen. Kurz darauf dementierte der Verfassungsgericht das auf der Plattform X: Die Website sei von Hackern attackiert worden.

Am Abend versammelten sich vor dem Gerichtsgebäude im Zentrum von Warschau viele Demonstrierende, die meisten davon Anhänger der oppositionellen PiS. Einige versuchten, das Tor zum Gelände aufzuschweißen.

Streit zwischen politischen Lagern

Hintergrund ist ein erbitterter Streit zwischen den beiden größten politischen Lagern des Landes um das Verfassungsgericht. Die rechtskonservative PiS, die das Land von 2015 bis 2023 regierte, hatte das Gericht mit ihr politisch nahestehenden Richtern und Richterinnen besetzt.

Tusks Mitte-links-Bündnis hatte nach der Parlamentswahl angekündigt, die umstrittenen Neuerungen in der polnischen Justiz wieder rückgängig zu machen. Doch dieser Prozess kommt nur schleppend voran, was auch an Nawrocki liegt, der der PiS nahesteht. So hatte sich Nawrocki in den vergangenen Monaten geweigert, fünf vom Parlament nominierte Verfassungsrichter zu vereidigen.

Zu diesen Verfassungsrichtern zählte auch Korwin-Piotrowska. Sie erklärte nun im Sender TVP, der bisherige Verfassungsgerichtspräsident habe das Gericht handlungsunfähig gemacht, da er die neuen Richter und Richterinnen nicht zugelassen habe. Als Dienstälteste habe sie daher für den 3. November eine Sitzung aller Verfassungsrichter und -richterinnen einberufen.

Die proiranische, jemenitische Huthi-Miliz hat nach Angaben des Militärs im Jemen gestern den Flughafen und den Präsidentenpalast al-Maaschik in Aden mit ballistischen Raketen angegriffen. Ob es Opfer oder Schäden gab und ob die Raketen ihre Ziele trafen, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die im Jemen kämpft, teilte unterdessen heute mit, sie habe eine von den Huthis gestartete Drohne über der Region Medina zerstört. Medina beherbergt eine der heiligsten Stätten des Islam und wird jedes Jahr von Millionen muslimischer Pilgern besucht.

Die grenzüberschreitenden Angriffe zwischen der von Saudi-Arabien geführten Koalition, die die international anerkannte Regierung des Jemen unterstützt, und den vom Iran unterstützten Huthis, die die Hauptstadt Sanaa kontrollieren, haben sich zuletzt intensiviert.

Das US-Justizministerium hat strafrechtliche Ermittlungen wegen des Versuchs der Wählertäuschung bei der Senatswahl in Alaska bestätigt. „Wenn glaubwürdige Informationen ans Licht kommen, sind wir entschlossen, diesen Hinweisen nachzugehen“, sagte der für Alaska zuständige Bundesanwalt Michael Heyman gestern bei einer Pressekonferenz.

Es gehe um den Verdacht der Täuschung von Wählerinnen und Wählern. Zu welchen Straftatbeständen genau ermittelt wird, wollte Heyman auch auf Nachfrage nicht erläutern.

Bei dem Fall geht es um zwei Kandidaten, die mit dem nahezu identischen Namen für den US-Senat kandidieren: Amtsinhaber Dan S. Sullivan und der politische Neuling Dan J. Sullivan. Die Republikaner werfen den oppositionellen Demokraten vor, mit der Verwechslungsgefahr den Amtsinhaber schwächen zu wollen – auch wenn der Herausforderer Dan J. Sullivan gar nicht für die Demokraten antritt. Beweise lieferten sie bisher nicht.

„New York Times“-Bericht als Auslöser

Die „New York Times“ hatte jüngst allerdings berichtet, Verbündete der demokratischen Kandidatin Mary Peltola hätten gezielt nach einem Namensvetter des Amtsinhabers gesucht, um dessen Erfolgschancen zu schmälern. Laut der Zeitung bestreitet Peltolas Wahlkampfteam jegliche Beteiligung an dessen Kandidatur.

Bereits zuvor hatte US-Präsident Donald Trump das Bundesjustizministerium damit beauftragt, Klage gegen den Bundesstaat einzureichen. Damit soll eine Bestätigung der Wahlergebnisse verhindert werden, falls dem republikanischen Amtsinhaber wegen einer Namensverwechslung Stimmen fehlen. An dem Schritt gab es viel Kritik, weil er als Eingriff seitens der US-Regierung in die Wahlen in dem Bundesstaat gewertet wurde.

Vier Tage vor den US-Kongresswahlen haben so viele Wahlberechtigte vorzeitig ihre Stimme abgegeben wie noch nie bei den Midterms: Rund 47,9 Millionen Menschen nutzten bis heute Mittag (Ortszeit) die Möglichkeit der Stimmabgabe vor der eigentlichen Wahl am Dienstag, wie Zahlen der Universität Florida gestern zeigten. Damit wurde der bisherige Höchstwert von rund 45,9 Millionen von 2022 übertroffen.

Bei den Midterms werden im Repräsentantenhaus alle 435 Abgeordneten neu gewählt, im Senat 35 der 100 Senatoren neu. In beiden Kammern haben im Moment die Republikaner von Präsident Donald Trump die Mehrheit, ihnen droht aber eine Niederlage.

Mehr Stimmen für Demokraten

Besonders in stark umkämpften Staaten gaben Menschen den Angaben zufolge vorzeitig ihre Stimme ab. In Texas hatten nach offiziellen Angaben bis Mittwoch schon mehr als sechs Millionen Menschen vorzeitig gewählt. Die Zahl der Wähler und Wählerinnen, die ihre Stimme persönlich abgaben, lag um rund 50 Prozent über der Zahl zum selben Zeitpunkt im Jahr 2022.

Die Behörden in North Carolina meldeten einen Anstieg von 37 Prozent bei der Zahl der vorzeitig abgegebenen Stimmen gegenüber 2022. Auch in South Carolina und Kansas verzeichneten die Behörden deutlich mehr vorzeitig abgegebene Stimmen.

In US-Staaten, die die Parteizugehörigkeit der Wähler erfassen, gaben laut den Zahlen der Universität Florida mit 44 zu 32 Prozent mehr Mitglieder der Demokraten als Mitglieder der Republikaner vorzeitig ihre Stimme ab.

Ein Treffen der G-20-Außenminister ist gestern von tiefen Gräben wegen der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten überschattet worden. US-Außenminister Marco Rubio rief die Teilnehmenden in Atlanta zwar zu mehr Zusammenarbeit auf.

Die Teilnahme des russischen Außenministers Sergej Lawrow sorgte jedoch für erhebliche Spannungen. Aus Protest gegen die Anwesenheit Lawrows verzichteten die Minister auf das traditionelle Gruppenfoto.

Einem westlichen Diplomaten zufolge hatte sich ein Drittel der teilnehmenden Staaten, darunter Australien und Kanada, gegen ein Foto mit Lawrow ausgesprochen. Ein US-Vertreter sagte, das Außenministerium habe das Foto von der Tagesordnung genommen, um ein Spektakel oder eine Ablenkung zu vermeiden.

USA fokussierten auf Handelsungleichheiten

Die USA als Gastgeber hatten versucht, den Fokus auf Handelsungleichgewichte und den Aufbau einer Koalition gegen Chinas Kontrolle über kritische Mineralien zu lenken. Für viele G-20-Mitglieder blieben jedoch die Kriege und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen das Hauptanliegen.

Die europäischen G-20-Mitglieder unterstützen die Ukraine und lehnen die jüngsten Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump zu Russland ab. Dazu gehören ein Abkommen zum Kauf von Diesel und die Aussetzung einiger Sanktionen.

Lawrow erklärte am Rande des Treffens, es habe keine Entspannung in den Beziehungen zwischen Russland und den USA gegeben. Die Sanktionen würden weiter andauern. „Man sollte sich keine Illusionen hinsichtlich des Dieseldeals machen“, so Lawrow.

Treffen der Staatschefs Mitte Dezember

Die Außenbeauftragte der Europäischen Union, Kaja Kallas, kündigte an, sie werde auf eine stärkere Unterstützung für die Ukraine drängen. Der G-20-Gruppe gehören 19 Staaten sowie die Europäische Union und die Afrikanische Union an.

Das Treffen ist so etwas wie eine Generalprobe für den G-20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami. Bei dem aktuellen Treffen in Atlanta sollen auch mögliche Entscheidungen des Gipfels vorbereitet werden.

Inland

Der bekannteste Investigativjournalist der Ukraine, Mychajlo Tkatsch, hat gestern Details zu einer Operation österreichischer Nachrichtendienste veröffentlicht, im Zuge derer er und sein Kameramann Jaroslaw Bondarenko Anfang Oktober in Wien vorübergehend wegen Spionageverdachts festgenommen wurden.

„Die Ironie der Geschichte ist, dass jene, die unsere Arbeit behindern wollten, in Wirklichkeit nun uns bei ihr geholfen haben“, sagte er in einem Video.

Wohnhaus im Fokus

Dass er und Bondarenko in Akten zu einem Spionagefall in Österreich auftauchten, sei kein Zufall gewesen. Im Hintergrund sei es darum gegangen, journalistische Aktivitäten und Recherchen über den nach Österreich geflohenen Ex-Generalstaatsanwalt der Ukraine, Ruslan Krawtschenko, zu stören.

Die Journalisten befinden sich wieder auf freiem Fuß, die Ermittlungen laufen aber noch. Zwei Angehörige des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR sitzen weiter in Wien in U-Haft.

Sowohl die Militärgeheimdienstler als auch die Journalisten interessierten sich laut den von Tkatsch verlesenen Ermittlungsakten für ein konkretes „Objekt“ in Wien – die Rede ist von einem Wohnhaus mit Concierge, in dem hauptsächlich Exilukrainer leben.

Chauffeur erstattete Anzeige

Im Hintergrund des Verfahrens gegen ihn vermutet der Investigativjournalist Personen, die mit Krawtschenko in Kontakt stehen und österreichische Behörden in die Irre geführt haben könnten.

Er nannte konkret einen in Österreich lebenden Geschäftsmann aus Odessa. Ukrainische Behörden werfen dem Mann Wirtschaftsverbrechen vor. Außerdem soll er aktiv eine Medienkampagne gegen ukrainische Antikorruptionsbehörden unterstützt haben.

Nachdem der Chauffeur dieses Geschäftsmannes beobachtet hatte, dass das Mietauto von Tkatsch und Bondarenko seinem Wagen folgte, erstattete er jene Anzeige, die letztlich zur brutalen Festnahme der beiden Journalisten am 8. Oktober führte.

DSN beantragte Überwachung mit Videosystem

Am Tag vor diesem Zugriff habe die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) den Antrag gestellt, das Mietauto der Journalisten mit einem speziellen Videoüberwachungssystem zu beobachten, sagte Tkatsch.

„Trotz aller dieser Maßnahmen und Benützung dieser Systeme, der Sammlung von Beweismitteln, Untersuchungen zu Kontaktpersonen und vorhandener Informationen erklärte die Staatsanwaltschaft in der Folge, nicht gewusst zu haben, dass es sich bei uns um Journalisten handelte“, kritisierte er.

Das steuerlich begünstigte „Zukunftsdepot“, das die Bundesregierung mit kommendem Jahr realisieren will, ist gestern in Begutachtung geschickt worden. Der Entwurf sieht unter anderem einen staatlich finanzierten Startbonus von 500 Euro für alle Neugeborenen vor. Die Begutachtung endet am 9. November.

Grundsätzlich soll in das neue Depot ab der Geburt eingezahlt werden können, entnommen werden darf das Geld erst ab dem 18. Geburtstag. Jährlich können bis zu 5.000 Euro eingezahlt werden.

Bis zur Volljährigkeit bleibt es steuerfrei, es fallen weder Kapitalertragssteuer (KESt) noch Kontoführungsgebühren an. Offizieller Start ist am 1. Juli, allerdings sollen alle ab 1. Jänner 2027 Geborenen davon profitieren können. Für bereits geborene Kinder unter 18 Jahren besteht die Möglichkeit, das „Zukunftsdepot“ ohne staatliche Zuzahlung zu eröffnen.

Finanzierung über Familienlastenausgleichsfonds

Finanziert werden soll der Startbonus aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF). Voraussetzung ist die österreichische Staatsbürgerschaft oder eine rechtliche Gleichstellung. Außerdem soll es den Startbonus von 500 Euro nur geben, wenn bis zur Volljährigkeit 15 Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich nachgewiesen werden.

Das Depot muss von den Banken gratis angeboten werden – weitere Kosten können aber anfallen, limitiert auf ein Prozent jährlich. Budgetiert sind dafür in den kommenden beiden Jahren jeweils 40 Mio. Euro, um vor allem den Startbonus abdecken zu können. Als KESt-Entgang werden maximal 20 Mio. jährlich angenommen, allerdings nicht in der Anlaufphase: Hier sind auf Regierungsseite bis Ende des laufenden Finanzrahmens 2031 insgesamt 20 Mio. eingeplant.

Krieg in Nahost

In der Straße von Hormus sind nach Angaben der iranischen Revolutionsgarde vier Öltanker in Brand geraten. Es sei zu Explosionen gekommen. Die Tanker hätten versucht, nicht autorisierte Routen zu benutzen, teilte gestern die Marine der Revolutionsgarde iranischen Staatsmedien zufolge mit. Zwei Tanker mit jeweils zwei Millionen Barrel Rohöl an Bord seien auf Seeminen gefahren.

Nach Angaben der britischen Behörde UKMTO wurde ein Rohöltanker beim Verlassen der Straße von Hormus von einem unbekannten Geschoß getroffen, wie die Seehandelsaufsicht unter Berufung auf eine verifizierte Quelle mitteilte.

Zuvor war ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff nach Angaben aus Oman angegriffen worden. An Bord des Handelsschiffes „RITI“ sei ein Feuer ausgebrochen, teilte die Marine mit. 25 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht und medizinisch versorgt worden. Angaben zu den Angreifern oder zur Art des Angriffs machte die Marine zunächst nicht.

Die dem britischen Militär nahestehende UKMTO habe einen Bericht über den Vorfall erhalten, der nun von den Behörden untersucht werde, hieß es weiter. Schiffen wurde geraten, die Meerenge mit Vorsicht zu durchfahren.

Ukraine-Krieg

Das russische Militär setzt die Angriffe gegen den ukrainischen Energiesektor nach Regierungsangaben aus Kiew unvermindert fort. Es gebe jeden Tag Treffer und „sehr viele Schäden“ in der Energieinfrastruktur, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj gestern in seiner abendlichen Videoansprache.

Vielerorts seien die Notdienste im Einsatz, um die Versorgung wiederherzustellen. Dennoch sorgten weitere russische Angriffe immer wieder für Unterbrechungen der Arbeiten sowie für neuen Stromausfall. „Die Russen haben keinen einzigen Schritt zur Deeskalation im Energiesektor unternommen“, so Selenskyj.

Die Ukraine baue nun ihre Kapazitäten für Fernangriffe ihrer Kampfdrohnen aus. „Russische Anlagen auf der Linie von der Jamal-Halbinsel bis tief nach Westsibirien hinein sind inzwischen in Reichweite unserer Fernkampfdrohnen“, so Selenskyj auf Facebook. Er kündigte den Ausbau dieser Einheiten an.

USA liefern 500 Patriot-Raketen

Die US-Regierung genehmigte unterdessen den Verkauf von 500 Patriot-Raketen des Typs PAC-3 an die Ukraine. Das US-Außenministerium teilte mit, der Verkauf habe einen geschätzten Wert von 2,1 Milliarden Dollar (1,89 Mrd. Euro).

Die Finanzierung erfolgte den Angaben zufolge durch Beiträge von Kanada, Deutschland und Norwegen sowie durch ukrainische Eigenmittel, die über einen Kredit der EU finanziert wurden. Hauptauftragnehmer war der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin.

EU

Die EU und Kanada starten eine „Allianz für die Zukunft“. Die Ausgestaltung der geplanten „immer engeren Assoziierung“ soll bis zum EU-Gipfel im Juni feststehen. Zum Abschluss eines Gipfeltreffens in Montreal hieß es gestern in einer gemeinsamen Erklärung, in den kommenden Monaten sollten Umfang und Ausmaß definiert werden.

Der kanadische Premierminister Mark Carney sagte, er habe eine Einladung von EU-Ratspräsident Antonio Costa zum EU-Gipfel angenommen, um die Verhandlungen zum Abschluss zu bringen. Er verwendete den Begriff „assoziierte Mitgliedschaft“, obwohl dieser in der Erklärung nicht vorkommt.

Der von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ins Spiel gebrachte Begriff ist unter den EU-Staaten so umstritten, dass er in der gemeinsamen Erklärung nicht auftaucht. Von der Leyen hatte gesagt, bis zum EU-Gipfeltreffen im Juni solle weiterhin die Möglichkeit geprüft werden, Kanada als erstes „assoziiertes Mitglied“ der EU aufzunehmen. Mehrere Länder lehnen die Formulierung ab.

Carney für „enge Partnerschaft“

Carney sprach von einer „Allianz für die Zukunft“, die sich auf Bereiche wie künstliche Intelligenz (KI), Energie und kritische Mineralien konzentrieren solle. „Wir streben eine möglichst enge Partnerschaft an, die noch nicht zum Beitritt führt“, sagte er.

In der gemeinsamen Abschlusserklärung bekräftigten beide Seiten ihr „unerschütterliches Bekenntnis zu effektivem Multilateralismus, Demokratie und zur regelbasierten internationalen Ordnung“. Kanada und die 27 Mitgliedsstaaten der EU würden an der Lösung der Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten arbeiten und die Sicherheitsbeziehungen auch in anderen Bereichen, einschließlich der Arktis, vertiefen.

Umwelt & Klima

Bei der Weltnaturkonferenz zur biologischen Vielfalt (COP17) in der armenischen Hauptstadt Eriwan haben die rund 200 Teilnehmerstaaten nach langen Verhandlungen bei zentralen Themen eine Einigung erzielt. Nach dem ursprünglich geplanten Ende der Konferenz gestern gab es Applaus, als die entsprechenden Dokumente verabschiedet wurden. Zuvor hatte es Differenzen in einigen Fragen gegeben.

Details zu den Dokumenten lagen zunächst nicht vor. Bei der 17. UNO-Konferenz zur Umsetzung des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) berieten die Teilnehmenden über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Biodiversität, die auch für den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt.

Differenzen bei umweltschädlichen Subventionen

Differenzen hatte es ursprünglich unter anderem zu umweltschädlichen Subventionen wie etwa für fossile Energieträger, zur Finanzierung von Biodiversität und zu einer Beteiligung von Unternehmen an der Finanzierung von Umweltschutzmaßnahmen gegeben.

Die Naturschutzorganisation WWF bewertete das Ergebnis der UNO-Artenschutzkonferenz hingegen als „verpasste Chance“. Insbesondere bei der Finanzierung des Naturschutzes und beim Abbau umweltschädlicher Subventionen blieben die Staaten bei der COP17 hinter der notwendigen Ambition zurück.

Wirtschaft

Nach dem Hackerangriff auf die weltgrößte Kryptowährungsbörse Binance prüfen die USA nach den Worten von Präsident Donald Trump, ob Nordkorea hinter der Attacke steckt. „Wir schauen uns das an“, sagte Trump gestern im Weißen Haus in Washington vor Journalisten auf die Frage, ob der Angriff einer nordkoreanischen Gruppe zugeschrieben werden könne.

Die US-Bundespolizei FBI erklärte, sie sei „mit relevanten öffentlichen und privaten Partnern“ im Austausch, um das „Ausmaß der Aktivitäten zu verstehen“. Sie sei bereit zu ermitteln.

Binance hatte den Angriff gestern (Ortszeit) bekanntgegeben. Demzufolge waren Werte in Höhe von 6,3 Milliarden Dollar (umgerechnet 5,6 Milliarden Euro) betroffen. Die Analysefirma TRM Labs erklärte kurze Zeit später, sie sei „ziemlich sicher“, dass der Angriff von einer Gruppe von Hackern namens TraderTraitor ausgeführt wurde, die mit Nordkorea in Verbindung stehe. Binance kündigte an, Anlegern und Anlegerinnen „alle Verluste“ zu ersetzen.

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Die jüngsten Quartalsberichte von Amazon und Intel haben an den US-Börsen gestern zum Wochenschluss die Sorgen der Anleger und Anlegerinnen rund um künstliche Intelligenz (KI) weiter geschürt und damit die jüngste Korrektur der Technologieaktien weiter angetrieben.

Intel sorgte mit seiner Prognose für das Schlussquartal mit erwarteten Umsatzeinbußen in dreistelliger Millionenhöhe für eine herbe Enttäuschung. Die Bank of America gab ihre Kaufempfehlung auf. Die Intel-Aktie büßte im Handelsverlauf 29 Prozent ein. Der Börsenwert von Intel fiel damit allein gestern um 140 Mrd. Dollar.

Intel macht zu schaffen, dass wegen des explosiven Anstiegs der Speicherpreise weniger PCs verkauft werden. Hinzu kommen Lieferkettenprobleme bei Chips für Rechenzentren, die stark nachgefragt sind.

Viele IT-Aktien gaben deutlich nach

Aber auch andere Aktien der Branche gaben stark nach, Nvidia-Aktien verloren knapp fünf Prozent. In Europa büßten die Titel der Chipkonzerne ASML und Infineon gut sechs Prozent ein. An der Wiener Börse verloren die Aktien des Leiterplattenherstellers AT&S gestern gut 13 Prozent.

Amazon bekam den Dämpfer ebenfalls zu spüren, die Aktie sackte zeitweise um bis zu sechs Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende Juli ab. Der Kursverlust sei der enttäuschenden Umsatzentwicklung der Cloud-Sparte AWS geschuldet, so UBS. Auch bei Amazon lasteten hohe KI-Ausgaben auf der Aktie.

Der NASDAQ verzeichnete mit einem Minus von 2,9 Prozent seinen größten prozentualen Tagesverlust seit dem 5. Juni. Die im technologielastigen NASDAQ-100 gelisteten Unternehmen haben laut der Agentur Reuters allein gestern eine Billion US-Dollar an Börsenwert verloren.

Im gesamten Monat Oktober sind zwei Billionen an Marktkapitalisierung verpufft. Vor allem die gemeldeten hohen Investitionen in KI-Infrastruktur haben die Befürchtungen der Börsianer vor exzessiven KI-Ausgaben angeheizt.

Kultur

Der Konflikt zwischen Theatermacher Paulus Manker und der S&W Kulturmanagement GmbH (früher: Südbahnhotel Kultur GmbH) rund um Aufführungen von „Alma“ und „Die letzten Tage der Menschheit“ im Südbahnhotel am Semmering hat nun zu einer Anklage wegen Veruntreuung und betrügerischer Krida geführt. Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht der „Kronen Zeitung“.

Ein Ermittlungsverfahren gegen Manker wegen des Verdachts auf Veruntreuung und betrügerische Krida wurde Anfang 2025 eingeleitet. Ihm wird vorgeworfen, dass er Einnahmen aus Kartenverkäufen auf Konten der Alma Theaterproduktion GmbH bzw. später des Vereins „Kulturaktiv – Verein zur Förderung von Kunstaktivitäten“ überweisen ließ, statt wie vertraglich vereinbart auf das Konto der S&W Kulturmanagement GmbH.

Auch soll er das Vermögen der Alma Theaterproduktion GmbH beiseite geschafft und dadurch die Befriedigung von Gläubigern vereitelt haben. Im August 2024 wurde über die Alma Theaterproduktion GmbH ein Konkursverfahren eröffnet. Manker soll unrechtmäßig rund 350.000 Euro einbehalten haben. Er weist alle Vorwürfe zurück, es gilt die Unschuldsvermutung.