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bewältigen

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Form / Grammatikbewältigen · Verb · bewältigt, bewältigte, hat bewältigt · Konjugationstabelle
Aussprache: [bəˈvɛltɪgn̩]
 Worttrennung: be | wäl | ti | gen
Wortzerlegung be-
Wortbildung  mit ›bewältigen‹ als Erstglied: Bewältigung

Bedeutung

eWDG
etw. (nach großer Anstrengung) meistern, einer Sache Herr werden
Beispiele:
er hat die Arbeit spielend, nur mit Mühe bewältigen können
eine Aufgabe, ein Problem bewältigen (= lösen)
der Läufer bewältigte (= schaffte) die 5.000 Meter in neuer Rekordzeit
bei diesem Thema muss das gesamte Quellenmaterial bewältigt (= verarbeitet) werden
umgangssprachlichdie Portion war so groß, dass ich sie nicht bewältigen (= aufessen) konnte
der Besucherandrang, Käuferandrang konnte kaum bewältigt werden (= die Besucher, Käufer konnten kaum alle abgefertigt werden)
sie hat das erschütternde Erlebnis, die große Enttäuschung innerlich noch nicht bewältigt (= überwunden)
Sie konnten die geplante Tagesstrecke nicht bewältigen […] [ HesseNarziß5,274]
[…] solch ungeheure Widersprüche […] werden nicht so leicht und völlig bewältigt […] [ Varnhagen v. EnseTagebücher5,167]

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Gewalt · gewaltig · bewältigen · unbewältigt · überwältigen · vergewaltigen · gewaltsam · Gewaltakt · Gewalthaber · Gewaltherrschaft · gewalttätig
Gewalt f. ‘rohe Kraft, Wucht, Macht, Zwang’, ahd. giwalt (8. Jh.), mhd. gewalt, asächs. giwald, mnd. gewelde, gewalt, mnl. ghewelt, nl. geweld, aengl. geweald wie auch anord. vald, schwed. våld (germ. *(ga-)wald-) gehören als Abstraktbildungen (mit unterschiedlichem Genus) zu dem unter walten (s. d.) behandelten Verb. Diesem folgend gilt in alter Zeit vorwiegend die Bedeutung ‘Macht, Herrschaft, Vollmacht’. – gewaltig Adj. ‘mächtig, groß, eindrucksvoll’, ahd. giwaltīg (um 800), mhd. gewaltec, gewaltic, geweltic ‘mächtig’. bewältigen Vb. ‘in seine Gewalt bekommen, mit etw. fertig werden, meistern’ (14. Jh.), heute vielfach ‘geistig verarbeiten, verstehend überwinden’. Zuvor mhd. gewaltigen, geweltigen ‘Gewalt antun, überwältigen, etw. seiner Macht unterwerfen’; zu spätmhd. waltec, weltec ‘mächtig, gewaltig’. In der Negation unbewältigt Part.adj. ‘nicht reflektiert, unverarbeitet; verdrängt’ (unbewältigte Vergangenheit, 1955). überwältigen Vb. ‘besiegen, wehrlos machen, beeindrucken’ (15. Jh.). vergewaltigen Vb. ‘mit einer Frau gegen ihren Willen schlafen, gewaltsam zu etw. zwingen’, spätmhd. vergewaltigen, vergeweltigen. gewaltsam Adj. ‘durch Macht, (rohe) Kraft erzwungen’ (15. Jh.). Gewaltakt m. ‘rohe, brutale Handlung, Aktion mit viel Kraftaufwand’ (19. Jh.). Gewalthaber m. (15. Jh.) ‘wer Macht hat, Herrscher’, in älterer Rechtssprache auch ‘wer Vollmacht hat, Stellvertreter’. Gewaltherrschaft f., Verdeutschung (18. Jh.) von Despotie. gewalttätig Adj. ‘rohe Kraft anwendend, brutal’ (Ende 16. Jh., von Gewalttat, 1. Hälfte 16. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(einer Sache) Herr werden · (etwas) fertigbekommen · bewerkstelligen · bewältigen · meistern · schaffen · zu Wege bringen · zustande bringen · zuwege bringen  ●  (einer Sache) beikommen geh. · Wir werden das Kind schon schaukeln. ugs., Spruch · auf die Kette kriegen ugs. · auf die Reihe bekommen ugs. · auf die Reihe bringen ugs. · auf die Reihe kriegen ugs. · deichseln ugs. · fertig werden (mit) ugs. · fertigkriegen ugs. · gebacken bekommen ugs. · gebacken kriegen ugs. · geregelt bekommen ugs. · geregelt kriegen ugs. · getan kriegen ugs. · hinbekommen ugs. · hinkriegen ugs. · packen ugs. · rocken ugs. · schultern ugs., fig. · stemmen ugs. · wuppen ugs.
Assoziationen

bewältigen · durchstehen · fertigwerden mit · hinwegkommen über · verkraften · verschmerzen · verwinden · überstehen · überwinden  ●  (gut) wegstecken ugs.
Unterbegriffe
  • gut fertig werden mit · locker wegstecken · schnell hinwegkommen über
  • (sich) auf seine Stärke besinnen  ●  Krönchen richten (und weitergehen) ugs., fig., variabel, Spruch · die Reste seiner Würde zusammenraffen (und ...) geh., literarisch, selten, fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›bewältigen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›bewältigen‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›bewältigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor diesem Problem stehen wir alle, und es läßt sich nur durch gegenseitige Zusammenarbeit bewältigen. [Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980–1991. München: Gegenstandpunkt 1998 [1986]]
Ob das alles nicht fast zuviel war und ohne große Strapazen bewältigt werden konnte, wußten wir nicht so genau. [Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 156]
Es bleibt folglich nichts anderes, als alles mit der Kraft der eigenen Hände zu bewältigen. [Ketman, Per u. Wissmach, Andreas: DDR – ein Reisebuch in den Alltag, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1986, S. 278]
Anders wäre es unmöglich, auch nur den vierten Teil zu bewältigen. [Dominik, Hans: John Workmann der Zeitungsboy, Biberach an d. Riss: Koehler 1954 [1925], S. 148]
Auch noch andere technische Einrichtungen trugen dazu bei, das Problem der Masse zu bewältigen. [o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.): Handbuch der Kirchengeschichte. Berlin: Directmedia 2000 [1979]]
Zitationshilfe
„bewältigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/bew%C3%A4ltigen>, abgerufen am 30.10.2026.

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