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Reinheit, die

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Form / GrammatikReinheit · Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Reinheit · wird nur im Singular verwendet · Deklinationstabelle
Aussprache:
 Worttrennung: Rein | heit
Wortzerlegung 1rein -heit
Wortbildung  mit ›Reinheit‹ als Erstglied: Reinheitsgebot · Reinheitsgrad mit ›Reinheit‹ als Letztglied: Blutreinheit · Engelsreinheit · Herzensreinheit · Kantenreinheit · Klangreinheit · Rassereinheit / Rassenreinheit · Seelenreinheit · Sittenreinheit · Sprachreinheit · Unreinheit

Bedeutungen

eWDG
1.
entsprechend der Bedeutung von ¹rein (1 a, 1 b, 1 c, 1 d, 1 e)
a)
entsprechend der Bedeutung von ¹rein (1 a)
Beispiele:
ein Stoff von hoher chemischer Reinheit
Hier also auf dem Gipfel trat die Masse, aus welcher der Berg gemacht war, in einer unbegreiflichen Reinheit aus [ GaiserNascondo27]
b)
entsprechend der Bedeutung von ¹rein (1 c)
Beispiel:
die Reinheit eines Tones
c)
entsprechend der Bedeutung von ¹rein (1 d)
Beispiel:
die Reinheit der Sprache, Aussprache
d)
entsprechend der Bedeutung von ¹rein (1 e)
Beispiel:
der Hundezüchter garantiert für die Reinheit der Rasse
2.
Sauberkeit
entsprechend der Bedeutung von ¹rein (5)
Beispiele:
die makellose Reinheit der Wäsche
die Reinheit des Wassers, der Luft
3.
gehoben entsprechend der Bedeutung von ¹rein (6)
Beispiele:
die Reinheit seines Charakters, seiner Gefühle
er betonte die Reinheit seiner Absichten, Beweggründe
[sie schien] ihm eine Inkarnation kindlicher Reinheit zu sein [ G. Hauptm.2,39]
die schlichte Reinheit ihres Herzens [ B. FrankTrenck59]

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
rein · Reinheit · reinigen · Reinigung · bereinigen · Bereinigung · verunreinigen · Verunreinigung · reinlich · Reinlichkeit
rein Adj. ‘ohne fremdartige Bestandteile, unvermischt, unverfälscht, frei von Schmutz, sauber, frisch gewaschen, unberührt, keusch, vollkommen, fehlerlos’, ahd. (h)reini (8. Jh.), mhd. rein(e), asächs. hrēni, mnd. rein, mnl. reine, rēne, nl. rein, afries. (h)rēne, anord. hreinn, schwed. ren, got. hrains. Mit dem Suffix ie. -ni- gebildetes germ. *hraini- ist verwandt mit ahd. (h)rītara (um 800), mhd. rīter, nhd. (obd.) Reiter ‘Sieb’, aengl. hridder, hriddel, engl. riddle ‘Sieb’ und außergerm. mit griech. krī́nein (κρίνειν) ‘scheiden, trennen, unterscheiden, sichten, urteilen, entscheiden’, lat. cernere (aus *crin-) ‘sichten, scheiden, sondern, unterscheiden, entscheiden’, crībrum ‘Sieb, Durchschlag’, air. criathar (aus *krē̌itro-) ‘Sieb’. Auszugehen ist von ie. *(s)kerī̌-, *(s)krē̌i-, *(s)krī̌- ‘schneiden, scheiden’, einer Form der unter 1scheren (s. d.) dargestellten Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’. Im heutigen Sprachgebrauch bedeutet rein vor allem ‘nicht schmutzig, sauber’ und ‘unverfälscht’; in Teilen der Schweiz und Rheinfrankens noch erhalten im Sinne von ‘fein gemahlen, gesiebt’ (von Mehl, Zucker, Sand u. dgl.). – Reinheit f. ‘Sauberkeit, Klarheit, Lauterkeit, Unschuld’ (17. Jh.), anfangs konkurrierend mit Reinlichkeit (s. unten) und (dem zu Anfang des 19. Jhs. untergegangenen) Reinigkeit, mhd. reinecheit, reinekeit, reinikeit, ahd. in un(h)reinigheit ‘Unreinheit’ (11. Jh.). reinigen Vb. ‘säubern’, mhd. reinegen, rein(i)gen, abgeleitet von mhd. reinec, reinic ‘rein’; vgl. ahd. (h)reinen (8. Jh.), (h)reinōn (9. Jh.), mhd. reinen, asächs. hrēnian, hrēnon, got. hrainjan. Dazu Reinigung f., mhd. reinegunge, reinigunge. bereinigen Vb. ‘ins reine, in Ordnung bringen, beilegen, klären’ und Bereinigung f. (beide 15. Jh.). verunreinigen Vb. ‘beschmutzen, schmutzig machen’ (15. Jh.); vgl. mhd. verunreinen; Verunreinigung f. (15. Jh.). reinlich Adj. ‘sauber, ordentlich’, mhd. reinlich; Reinlichkeit f. ‘Sauberkeit, Genauigkeit, Sorgfalt’ (16. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Lauterkeit · Reinheit · Unschuld · Unverderbtheit
Assoziationen

Hygiene · Reinheit · Sauberkeit

Physik
Brillanz · Buntgrad · Buntheit · Buntheitsgrad · Farbigkeit · Farbintensität · Farbkraft · Farbsättigung · Farbtiefe · Intensität · Reinheit · Sättigung  ●  Chromatizität griechisch
Oberbegriffe
Assoziationen

Fleckenlosigkeit · Reinheit · Sauberkeit · Schmutzfreiheit · Unbeflecktheit · ohne Verunreinigungen · sauberer Zustand

Typische Verbindungen zu ›Reinheit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Reinheit‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Reinheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nun gibt es die dargestellten Typen wohl nie in absoluter Reinheit. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 43]
Und sie greifen mit ihrem Geld auch nach dem Glauben, nach der Reinheit der Lehre. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 336]
Die Reinheit seines Charakters haben selbst seine zahlreichen wütenden Gegner nicht anzuzweifeln gewagt. [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia 2000 [1913]]
Er betont besonders die Reinheit des sittlichen Lebens und die Religion stellt er sehr hoch. [Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia 2000 [1912]]
So geht Reinheit der Luft für die Einheit der Nation! [o. A.: DIE MISCHWIRTSCHAFT ALS LETZTES STADIUM DES REALEN SOZIALISMUS. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1990]]
Zitationshilfe
„Reinheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Reinheit>, abgerufen am 28.10.2026.

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