Die Alten- und Pflegeheime der Sozialhilfeverbände in Oberösterreich stellen ihre Pflegeberichte bereits in der elektronischen Gesundheitsakte ELGA bereit. Dennoch verlangen Krankenhäuser bei der Aufnahme von Patienten weiterhin Papierdokumente.
Der Landesrechnungshof erklärt dies damit, dass die Spitäler nicht wissen, ob alle Heime an ELGA angeschlossen sind. Dies führt zu zusätzlicher Arbeit im Alltag, da beim Austausch von Gesundheitsdaten unterschiedliche Dienste anstelle des traditionellen Faxes verwendet werden. Eine einheitliche digitale Lösung fehlt bisher.
Forderungen nach Anpassungen
Rechnungshofdirektor Rudolf Hoscher fordert, die Arbeitsabläufe in den Gesundheitseinrichtungen anzupassen. Nur so könnten die Vorteile der Digitalisierung tatsächlich genutzt werden.
Die ÖVP sieht ebenfalls Bedarf für Effizienzsteigerungen im Gesundheitssystem. „In Zeiten angespannter Budgets sind alle Player im Gesundheitssystem aufgerufen, Effizienzsteigerungen voranzubringen und Doppelgleisigkeiten abzubauen. Gerade auch im Gesundheitswesen leistet die Digitalisierung einen wertvollen Beitrag. Unser Ziel ist und bleibt, den Mehrwert für die Patientinnen und Patienten, aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter zu erhöhen“, so OÖVP-Klubobfrau Margit Angerlehner zum aktuellen Bericht des Landesrechnungshofs.
FPÖ fordert „praxistaugliche Lösungen“
Die FPÖ betont, dass bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen noch viel zu tun sei. "Die für 2027 geplante flächendeckende Anbindung der Alten- und Pflegeheime an ELGA muss intensiv weiterverfolgt werden. Damit wird der Datenaustausch mit den Kliniken vereinfacht und der Verwaltungsaufwand verringert. Entscheidend bleiben praxistaugliche Lösungen, verständliche Information und ein verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten“, sagt FPÖ-Klubobmann Thomas Dim.
SPÖ und Grüne kritisieren hingegen, dass der vollständige Umstieg vom Faxen noch nicht erreicht sei. „Viele Junge wissen nicht mehr, was ein Fax ist. Im Gesundheitswesen gibt es aber immer noch keinen Ersatz für diese veraltete und seit 1.1.2025 verbotene Kommunikationsform“, so SPÖ-Gesundheitssprecher Peter Binder.
Parallelstrukturen erzeugen „zusätzliche Bürokratie“
„Wenn Pflegekräfte Berichte digital übermitteln und dieselben Unterlagen für das Krankenhaus trotzdem noch ausdrucken müssen, läuft etwas grundlegend falsch. Digitalisierung bietet große Chancen, die Pflegekräfte endlich zu entlasten. Aber solange digitale und analoge Arbeitsabläufe parallel laufen, schaffen wir zusätzliche Bürokratie, statt sie abzubauen“, sagt die Grüne Gesundheitssprecherin Brigitte Huber-Reiter.
Häusler: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck“
Die MFG kritisiert fehlenden Überblick über den tatsächlichen Umsetzungsgrad bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen." Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie muss den Patienten und den Beschäftigten im Gesundheitswesen einen tatsächlichen Mehrwert bringen. Wenn digitale Systeme zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen und gleichzeitig grundlegende organisatorische Fragen offenbleiben, läuft etwas falsch", sagt MFG-Landtagsabgeordnete Dagmar Häusler.