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Ahmed Mestiri

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Ahmed Mestiri

Ahmed Mestiri (Alternativname: Ahmad al-Mastiri; arabisch أحمد المستيري, DMG Aḥmad al-Mastīrī; * 2. Juli 1925 in La Marsa; † 23. Mai 2021) war ein tunesischer Jurist, Diplomat und Politiker der Sozialistischen Destur-Partei (PSD), der nach der Unabhängigkeit Tunesiens von Frankreich am 20. März 1956 mehrmals Minister und Botschafter war. Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung und seinem Ausschluss aus der PSD war er zwischen 1978 und 1989 Generalsekretär der Bewegung Sozialistischer Demokraten (MDS).

Justizminister Mestiri (sitzend, links) mit Staatspräsident Habib Bourguiba bei der offiziellen Verkündung des Personenstandsgesetzes (1956)

Ahmed Mestiri trat 1943 der Neo-Destur-Partei bei und war bis zur Erlangung der Unabhängigkeit aktiv im Untergrund tätig. Er absolvierte ein Studium Rechtswissenschaften an der Sorbonne, der Universität von Paris, und nahm nach dessen Abschluss eine Tätigkeit als Rechtsanwalt auf. Als Protegé des nationalistischen Pioniers Mongi Slim[1] diente er 1956 als dessen Kabinettschef im Innenministerium. Als Nachfolger von Moussa El Kadhem Ben Achour wurde er am 15. April 1956 zum Staatssekretär für Justiz (Secrétaire d’État à la Justice) ernannt und bekleidete dieses Amt in der ersten und zweiten Regierung von Habib Bourguiba[2] bis zum 30. Dezember 1958, woraufhin Hédi Khefacha[3] ihn ablöste. Als Staatssekretär für Justiz setzte er sich intensiv für die Modernisierung des Gerichtswesens ein, bis er am 30. Dezember 1958 im zweiten Kabinett Bourguiba als Nachfolger von Ezzeddine Abassi das Amt des Staatssekretärs für Finanzen und Handel (Secrétaire d’État tunisien aux Finances et au Commerce) übernahm. Er bekleidete dieses Amt bis zum 2. August 1960 und wurde daraufhin von Bahi Ladgham[4] abgelöst.

Nach seiner Wahl in das Politbüro der Neo-Destur-Partei im März 1959 wechselte Mestiri in den diplomatischen Dienst und war zunächst von 1960 bis 1961 als Botschafter in der Sowjetunion tätig[5] sowie als solcher zugleich als Botschafter in der Volksrepublik Polen und der Tschechoslowakischen Republik akkreditiert. Nachdem er zwischen 1961 und 1962 als Botschafter in Ägypten fungierte, war er von 1962 bis 1966 Botschafter in Algerien. Am 22. Juni 1966 wurde er als Nachfolger von Bahi Ladgham als Staatssekretär für Verteidigung (Secrétaire d’État tunisien à la Défense) in die zweite Regierung Bourguiba zurückberufe und widmete er sich erneut der Innenpolitik – was zu einem erbitterten Konflikt führte. Er stellte sich gegen die Kollektivierungspolitik, die Kleinbauern zum Beitritt zu Genossenschaften zwang. Nach einer scharfen Presseerklärung, in der er die Regierung kritisierte, wurde er am 29. Januar 1968 als Staatssekretär für Verteidigung von Bahi Ladgham abgelöst und am 30. Januar 1968 aus der Partei ausgeschlossen.

Mestiri (2. Reihe, rechts) und das Kabinett Ladgham (1970)

Trotz heftiger Kritik an Bourguiba – einschließlich des Vorwurfs, dieser sei aufgrund seines Gesundheitszustands nicht mehr fähig, das Land zu regieren – gelang es Mestiri, sich wieder die Gunst des Präsidenten zu sichern, so dass er am 23. April 1970 in die linksnationalistische, panarabische Sozialistische Destur-Partei PSD (Parti Socialiste Destourien) eintreten konnte, die am 22. Oktober 1964 aus der Neo-Destur-Partei hervorgegangen war. Am 12. Juni 1970 berief Bourguiba ihn als Nachfolger von Hédi Khefacha zum Innenminister (Ministre de l’Intérieur) in das Kabinett Ladgham, doch schon bald kam es zu Spannungen zwischen ihm und dem nunmehrigen Premierminister Hédi Nouira.[6] Dies führte zu einer Spaltung der Partei, da Mestiri vehement auf eine Liberalisierung der Machtstrukturen drängte. Im September 1971 entließ Bourguiba ihn aus dem Kabinett Nouira, hielt sich jedoch die Tür für eine Versöhnung offen – selbst nachdem Mestiri am 9. und 25. Dezember 1971 vor einem Disziplinarausschuss der Partei hatte erscheinen müssen. Mestiri weigerte sich jedoch, Kompromisse einzugehen. Ihm wurde vorgeworfen, die Existenz der Partei zu gefährden und einen „Abkehr von der Legalität“ anzustreben. Am 21. Januar 1972 wurde er endgültig aus der Partei ausgeschlossen. Er nahm daraufhin seinen alten Beruf als Rechtsanwalt wieder auf, ehe er am 10. Juni 1978 die Bewegung Sozialistischer Demokraten MDS (Mouvement des démocrates socialistes) gründete und bis zu seiner Ablösung durch Mohamed Moada am 10. September 1989 Generalsekretär der MSD war.

Veröffentlichung

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  • Témoignage pour l’histoire des souvenirs, quelques réflexions et commentaires sur une époque contemporaine de la Tunisie, accessoirement du Maghreb (1940–1990) et sur la révolution de 2010–2011, Sud éditions, Tunis 2011, ISBN 978-9-93801-0-510
Commons: Ahmed Mestiri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Slim, Mongi. rulers.org (englisch).
  2. ↑ Bourguiba, Habib (Ben Ali). rulers.org (englisch).
  3. ↑ Khefacha, (Mohamed) Hédi. rulers.org (englisch).
  4. ↑ Ladgham, Bahi. rulers.org (englisch).
  5. ↑ „Diplomaten Afrikas bei Chruschtschow. Sowjetunion an der Seite des tunesischen Volkes“, in: Neues Deutschland vom 1. August 1961
  6. ↑ Nouira, Hédi (Amira). rulers.org (englisch).