Gebiss, das
Form / GrammatikGebiss · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gebisses · Nominativ Plural: Gebisse · Deklinationstabelle
Worttrennung: Ge | biss
Wortzerlegung ge-
Wortbildung
mit ›Gebiss‹ als Erstglied:
Gebissabdruck · Gebissanomalie · Gebissklempner · Gebissregulierung
mit ›Gebiss‹ als Letztglied:
Haifischgebiss · Milchgebiss · Pferdegebiss
· Restgebiss · Scherengebiss · Zaumgebiss
Bedeutungsübersicht
1.
alle Zähne eines Menschen, Tieres
Beispiele:
er hat ein blendendes, weißes, kräftiges, gesundes Gebiss
der Hund bleckte, fletschte das Gebiss
2.
vollständiger Zahnersatz, Zahnprothese
Beispiele:
sich [Dativ] ein (künstliches) Gebiss anpassen, anfertigen lassen
das Gebiss sitzt, haftet nicht richtig, wackelt
das Gebiss herausnehmen, einsetzen
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
beißen · Biß · Gebiß · bissig · Bissen · bißchen · bissel
beißen Vb. ‘mit den Zähnen zupacken, die Zähne in etw. hineindrücken, scharf sein, brennen, ätzen’. Ahd. bīʒan ‘(hinein)beißen, stechen’ (8. Jh.), mhd. bīʒen, asächs. bītan, mnd. mnl. bīten, nl. bijten, afries. bīta, aengl. bītan, engl. to bite, anord. bīta, schwed. bita, got. beitan (germ. *bītan) gehören mit aind. bhinátti ‘spaltet, zerschlägt, durchsticht, bricht ein’ und lat. findere ‘spalten’ zu ie. *bheid- ‘spalten’, vielleicht eine Erweiterung der unter Beil (s. d.) angeführten Wurzel ie. *bhei-, *bhei̯ə-, *bhī- ‘schlagen’. Eng verwandt mit dem gemeingerm. Verb sind die unter beizen und bitter (s. d.) genannten Formen. – Biß m. ‘Zugriff mit den Zähnen, durch Beißen entstandene Verletzung’, ahd. biz (mit ungeklärtem Lautstand z oder ʒ am Wortende, s. beizen) ‘das Beißen, Biß, Bissen, Brocken’ (9./10. Jh.), mhd. biʒ, biz, asächs. biti, mnd. bēte, mnl. bete, nl. beet ‘Biß, Bissen’, aengl. bite, engl. bit ‘Biß’. Gebiß n. ‘Gesamtheit der Zähne’, ahd. gibiʒ ‘Gebiß, Bissigkeit, Schärfe’ (10. Jh.), mhd. gebiʒ, mnd. (ge)bit(te), gebēte ‘Gebiß, Zaum’. bissig Adj. ‘schnell und scharf zubeißend, durch scharfe Worte verletzend’, seit frühnhd. Zeit, vom 15. bis 19. Jh. auch beißig, mhd. bīʒec, erhalten in bärbeißig (s. d.); vgl. ahd. bīʒīg, biʒʒīg (Hs. 12. Jh.). Bissen m. ‘was man auf einmal abbeißen und in den Mund stecken kann, Happen, kleine Mahlzeit, Imbiß’, ahd. biʒʒo ‘abgebissenes Stück, Bissen, Klumpen, Brocken’ (9. Jh.), mhd. biʒʒe, mnd. bēte, aengl. bita, engl. bit, anord. biti, schwed. beta ‘Bissen’. bißchen (16. Jh.), landschaftlich bissel (15. Jh.) Adv. Adj., meist ein bißchen, ein bissel ‘ein wenig, etwas’, eigentlich ‘ein kleiner Bissen’.
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
| Assoziationen |
|
| Oberbegriffe |
| Unterbegriffe |
Typische Verbindungen zu ›Gebiss‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gebiss‹.
blecken
bleckend
bleibend
blitzend
ebenmäßig
entblößen
fletschen
furchterregend
gebleckt
gefletscht
herausnehmen
kariesfrei
kariös
klappern
klappernd
künstlich
löchrig
lückenhaft
makellos
naturgesund
rausnehmen
reinigen
schadhaft
strahlend
verschlucken
verschluckt
Zahnlücke
Legende:
Adjektive
Substantive
Verben
Verwendungsbeispiele für ›Gebiss‹
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora
Und als sie aufgestiegen war, hat sie sich ein neues
Gebiß machen lassen.
[Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 39]
Und mit ihrem scharfen Gebiss können sie sogar
einen Kinderarm durchbeißen.
[Die Zeit, 25.02.2008]
Dabei bleckte er vor den Kameras vergnüglich sein gelbes
Gebiss.
[Die Zeit, 11.04.2007 (online)]
In das hohle Maul kamen auf unsichtbare Weise beständig Steine, die
von den nackten Gebissen knirschend zermalmt
wurden.
[Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia 2004 [1912]]
Die starke Vergrößerung des Gebisses hatte
noch eine wichtige morphologische Konsequenz.
[Heberer, Gerhard: Die Herkunft der Menschheit. In: Mann, Golo u. a. (Hgg.) Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia 2000 [1961]]
Zitationshilfe
„Gebiss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gebiss>, abgerufen am 29.10.2026.
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