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Danke für alles, BioWare: Ein Nachruf auf eines der besten Studios aller Zeiten

Mit der Schließung von Bioware endet eine große Ära. Ein kleiner Nachruf auf eines der besten Studios und einige der besten Spiele aller Zeiten.

Es ist Mittwoch, der 21. Oktober 2026: Ich befinde mich gerade auf dem Weg ins Kino, als die Nachricht hereinflattert: EA entlässt um die 400 Angestellte. Eine weitere Massenentlassung, mal wieder. Doch noch etwas versetzt mir beim Durchlesen der Neuigkeit einen Stich: Bioware wird geschlossen, die Arbeiten an einem neuen Mass Effect-Spiel sind eingestellt.

Es ist eine arg traurige Nachricht. Nach 31 Jahren muss eines der ältesten und bekanntesten Studios der Videospielgeschichte seine Pforten schließen. Klar, wer das letzte Jahrzehnt das Schicksal der Kanadier verfolgt hat, den dürfte die Nachricht nur bedingt überraschen. Nach drei Fehlschlägen in Folge (Mass Effect Andromeda, Anthem, Dragon Age: The Veilguard) und dem Verkauf EAs an ein Konsortium aus Saudi-Arabien und Jared Kushner war das Schicksal eigentlich schon besiegelt. Und trotzdem tut die endgültige Schließung als Fan gerade weh.

Bioware: Von Baldur’s Gate bis Mass Effect

Ich muss sicherlich niemandem erklären, wie wichtig Bioware für die Videospielgeschichte gewesen ist. Das Studio, einst von drei befreundeten Ärzten gegründet, hat einige der größten Rollenspiele aller Zeiten erschaffen. Ob nun die ersten beiden Baldur’s Gate-Rollenspiele, Neverwinter Nights, Jade Empire, ein MDK 2, das etwas aus der Reihe tanzende Sonic Chronicles: The Dark Brotherhood oder die Dragon Age-Reihe.

Mir persönlich hat Bioware über all die Jahre immer viel gegeben. Geschichten und Charaktere, die ich nie vergessen werde. Sei es, als ich das erste Mal für Reevor ein paar Ratten im Prolog von Baldur’s Gate erledigt habe – obwohl ich für das Spiel viel zu jung gewesen bin. Oder Jahre später mich ständig in Neverwinter Nights verlaufen oder über die Kommentare von HK-47 in KOTOR gelacht habe. Die größte Begeisterung löste bei mir aber Mass Effect aus – damals wie heute.

Lesetipp: Hier geht’s zu unserem Test von Dragon Age: The Veilguard

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Als ich 2008 im Rahmen der PC-Version zum ersten Mal das Vigil-Theme gehört habe, war ich mir direkt bewusst: Das wird ein Ausnahmespiel. Eines, welches in mir zum ersten Mal den Wunsch ausgelöst hat, irgendwann einmal professionell über Videospiele schreiben zu wollen. Auszudrücken zu können, wie sehr mich dieses neuartige Sci-Fi-Universum begeistert. Wie ich noch viele Jahre später vom ersten Dialog mit der Sovereign schwärme oder wie sehr mich die Entscheidung zwischen Ashley und Kaiden mitgenommen hat.

Mass Effect ist für mich trotz so mancher Schwäche die vielleicht beste Trilogie, die wir jemals in Videospielform erhalten haben. Ein Mammutprojekt, mit Entscheidungen, die mal mehr und mal weniger über drei Spiele hinweg übernommen werden, wird es in dieser Form wohl so nie mehr geben. Über die Jahre später erschienene Fortsetzung namens Andromeda … nun, darüber muss nicht viel gesprochen werden.

Einen letzten Versuch hätte ich Bioware gewünscht

Auch wenn ich, entgegen der vielen kritischen Stimmen im Internet, am Ende viel Spaß mit Dragon Age: The Veilguard hatte: Ich kann verstehen, dass viele in Bioware spätestens dann nicht mehr das einstige Pionierstudio gesehen haben. Über die Jahre sind viele der alten Hasen verschwunden, haben entweder eigene Studios gegründet oder sind mal hier und mal dort gewesen – manche, wie Bioware-Gründer Greg Zeschuk, haben sogar komplett die Branche verlassen.

Das alte Bioware gab es also schon sehr lange nicht mehr. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass das jetzige Bioware zumindest noch eine letzte Chance erhält. Ein neues Mass Effect, entworfen von einem kleinen Team. Vielleicht wäre es die Chance gewesen, an alte Zeiten anzuknüpfen oder zumindest einen ehrwürdigen Abschluss zu finden.

Wie dieses neue Mass Effect wohl am Ende ausgesehen hätte? Wir werden es leider nie erfahren:

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Am Ende sollte es aber nicht sein. EA hat dem Studio den letzten Sargnagel verpasst – und viele Franchises dürften für eine lange Zeit, wenn nicht gar für immer, verschwinden. Zum Glück haben wir noch vorher die Legendary Edition von Mass Effect erhalten. Eine ähnliche Version hätte ich mir für die Dragon Age-Spiele gewünscht, aber das bleibt nun wohl erst einmal vor allem eines: ein Traum.

Das Erbe lebt weiter

So sehr mich der Abschied von Bioware schmerzt und ich vor allem wieder einmal um so viele Entlassungen innerlich trauere: Etwas Beruhigung finde ich darin, dass das Vermächtnis und das Erbe von Bioware nie und nimmer verloren geht. Sei es, weil sich auch heute noch viele Fans tagtäglich über Mass Effect, Dragon Age oder eines der anderen Spiele unterhalten.

Zudem haben sich über die Zeit Studios gegründet oder eine Richtung eingeschlagen, die dem alten Bioware mindestens die Ehre zollt. Ein CD Projekt Red, wie wir es heute kennen, hätte es ohne die Kanadier vielleicht nie gegeben. Wie auch Michał Nowakowski, einer der Chefs des polnischen Studios, auf Twitter ausdrücklich betont. Genauso hätten wir wohl auch nie ein Baldur’s Gate 3 von Larian erhalten, hätte Bioware nicht Ende der 90er-Jahre so viel Vorarbeit geleistet.

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Zu guter Letzt bekomme ich als Mass Effect-Fan immerhin 2027 gleich zwei Spiele, die in die Fußstapfen dieser für mich legendären Trilogie treten: Zum einen Exodus, bei dem mit James Ohlen und Drew Karpyshyn zwei ehemalige große Bioware-Köpfe beteiligt gewesen sind. Zum anderen The Expanse: Osiris Reborn, welches mich beim Anspielen in der Beta an die gute alte Bioware-Zeit erinnert hat.

Seit den Game Awards 2025 ebenfalls auf meiner Liste stehend: das neue Star Wars-Spiel von Casey Hudson, der bei Bioware einst als Director für Knights of the Old Republic und Mass Effect zuständig gewesen ist. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja doch auch noch irgendwann das Remake von besagtem KOTOR. Nur, eines ist nach dem 21. Oktober sicher: Das Bioware-Logo wird verblassen. Es ist jammerschade.

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Quelle: Twitter / @Bioware, @michalnowakow, edmontonglobal, YouTube / Jack Wall, Mass Effect, Star Wars

  1. Unvermögen (Marktanalyse)
    Es sind falsche Entscheidungen getroffen worden, mit Electronic Arts (kein schlechtes Publisher) hat ein Studio die Verantwortung übernommen das die weichen auf MMO gelegt hat, nachvollziehbar weil das deren Haupteinnahmequelle ist und die Verantwortlichen in dem Bereich ausgewiesene Experten sind. Warum sie ausgerechnet ein Rollenspiel Studio dafür eingekauft haben ist spekulativ. Man wollte vielleicht neue Zielgruppen erschließen. Fatal, weil diese Gruppen bewusst Rollenspiele dem MMO vorziehen und solchen Entwicklungen sehr kritisch (bis toxisch) entgegenstehen.
    Mit einem Remake von den erfolgreichsten Spielen:
    Baldurs Gate 1 & 2
    Star Wars: Knights of the Old Republic
    Dragon Age: Origins
    hätte Bioware deutlich mehr Erfolg gehabt und sich eine komfortable Ausgangssituation geschaffen um neue spannende Projekte anzugehen.
    So ist das Studio Sang und Klanglos untergegangen, unwürdig.

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